Spielberichte
22.04.2017
16:00
O
1
Stadion Eizmoos, Cham
Zuschauer: 425
SR Ghisletta
Tor: 34. Stevic 0:1.
Cham: Merlo; Walker (82. Scherer), Niederhauser, Elvedi, Thöni; Trachsel (66. Gasser), Bader, Nimi, Hammerich (82. Christen); Dätwyler, Herger.
Tuggen: Fellmann; Herlea, Peters, Tinner, Senn; Istrefi, D’Acunto, Stadler (66. Romero), Doda; Shala (90. Kuhn), Stevic (77. Santana).
Bemerkungen: Cham ohne Balaj (gesperrt), Wüest (verletzt), Jakovljevic (abwesend).


Cham: wie eine launische Diva

Cham verliert gegen das Schlusslicht Tuggen überraschend mit 0:1. Man musste von einer enttäuschenden Leistung sprechen. Der Kampf um den Ligaerhalt in der Promotion League geht weiter.

von Michael Wyss  -  sport@zugerzeitung.ch

Sie hatten sich viel vorgenommen, die Chamer Spieler von Trainer Jörg Portmann (39). Beim Heimauftritt wollte man gegen das Schlusslicht Tuggen einen Dreier feiern. Die Vorzeichen vor dem Spiel waren gut. Zuletzt feierte das Team gegen die beiden Topteams der Promotion League Rapperswil-Jona (2. Rang) ein 1:1-Remis und über den Basler-Nachwuchs (3. Rang) ein 4:1-Sieg. Zudem wollten die Kicker vom Eizmoos endlich den ersten Dreier vor heimischer Kulisse in diesem Jahr feiern. Mit zwei Unentschieden (je 1:1) und zwei Niederlagen (je 0:1) blieben die Ennetseer vor heimischer Kulisse nämlich bisher sieglos. Und sie blieben es auch nach dem Duell gegen Tuggen. Überraschend kassierten die Chamer eine Niederlage gegen das Schlusslicht der Liga. Die stark abstiegsgefährdeten Ausserschwyzer siegten in der Fremde mit 1:0. Den einzigen Treffer im Stadion Eizmoos vor rund 425 Fans erzielte Marsel Stevic (34.; 0:1). Bereits in der Vorrunde musste man gegen denselben Gegner eine 3:4-Niederlage einstecken. Portmann: „Das waren heute zwei Schritte rückwärts. Ich bin stinksauer. Unsere Leistung heute grenzt schon an Überheblichkeit. Ich bin sehr enttäuscht nach unseren beiden wirklich ganz starken Darbietungen gegen Rapperswil-Jona und Basel II“, so Portmann erzürnt und meinte weiter: „Wir hätten heute einen grossen Schritt Richtung Klassenerhalt machen können gegen einen Mitstreiter. Vermutlich haben noch nicht alle meiner Akteure begriffen, dass wir immer noch gegen den Abstieg spielen und Punkte benötigen“.

Es bleibt spannend
Damit ist die Portmann-Equipe noch längst nicht aus dem „Schneider“, was den Abstiegskampf betrifft. Mit 31 erspielten Punkten aus 25 Spielen stehen die Chamer derzeit auf dem zehnten Rang. Die beiden Abstiegskandidaten United Zürich (15.; 24) und Tuggen (16.; 22) spüren die Chamer immer noch im Nacken. Fünf Runden vor Schluss der Qualifikation ist der Kampf um den Verbleib in der Promotion League neu lanciert. Ganz ärgerlich dürfte die Erkenntnis sein, dass die Kicker vom Eizmoos gegen Tuggen sechs Punkte verschenkten.

Mentale Schwäche
Die Chamer zeigen sich immer gegen die Topteams der Liga von ihrer besten Seite. Doch gegen die Aussenseiter, wenn sie das Spiel machen müssen, bekunden sie immer wieder grosse Mühe. Portmann: „Es ist auch eine Frage der richtigen Einstellung. Vieles entscheidet sich im Kopf. Dass wir genug Qualität haben, bewiesen wir ja oft.“ Im Spiel gegen Tuggen mangelte es nicht etwa an Chancen. Im Gegenteil: die besten Möglichkeiten hatten Roman Herger (15.) und Marco Trachsel (39.), die in der ersten Halbzeit kläglich vor dem Schlussmann der Ausserschwyzer scheiterten.

Am Samstag wartet mit Old Boys (14. Spiele; 24 Punkte) das nächste abstiegsbedrohte Team auf die Ennetseer. Mindestens einen Punkt muss aus diesem Duell entführt werden. Eine weitere Niederlage gegen einen Mitstreiter im Kampf um die Ligazugehörigkeit kann sich Cham derzeit nicht mehr leisten.


Fotos: Reto Müller