Spielberichte
08.04.2017
16:00 Uhr
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Stadion Eizmoos, Cham
Zuschauer: 440
SR: Hänggi
Tore: 54. Herger 1:0. 88. Teixeira 1:1.
Cham: Merlo; Thöni, Elvedi, Niederhauser, Walker; Nimi (68. Trachsel), Bader, Jakovljevic (77. Hammerich), Balaj (90. Christen); Herger; Dätwyler.
Rapperswil-Jona: Yanz; Güntensperger, Simani, Rohrbach (17. Teixeira), Elmer; Jaggy, Pecci; Schwizer, Shabani (62. Salanovic), Ramadani (46. Krasniqi); Da Silvas Chagas.
Bemerkungen: 59. Gelb-Rot Herger. Cham ohne Gasser, Scherer (beide verletzt), Wüest (abwesend). Rapperswil ohne Kubli, Kllokoqi, Staubli, Eberhard (alle verletzt).

Solidarisch erkämpfter Punkt

Der SC Cham ringt dem Tabellenzweiten Rapperswil-Jona ein hochverdientes 1:1-Unentschieden ab in der Promotion League. Doch der Torschütze der Ennetseer, Roman Herger, versteht die Welt nicht mehr.  

von Martin Mühlebach  -  sport@zugerzeitung.ch

In der 59. Spielminute zeigte der Schiedsrichter dem bereits verwarnten Chamer Stürmer Roman Herger zum zweiten Mal die gelbe Karte. Ausgerechnet ihm, der seine Farben fünf Minuten zuvor 1:0 in Führung geschossen hatte. Herger meinte nach dem Schlusspfiff: «Ich verstehe die Welt nicht mehr. Die zweite gelbe Karte gegen mich war unverdient. Ich sprang im Zweikampf höher als der Rapperswiler Cristian Pecci, der sich theatralisch fallen liess, obschon ich ihn kaum berührt hatte.» Hergers Enttäuschung ist nachvollziehbar, zumal eine identische Szene auf der Gegenseite nicht einmal durch einen Foulpfiff geahndet wurde.

Mit einem Mann mehr auf dem Platz erhöhten die St.Galler den Druck auf das Tor der Platzherren, die sich solidarisch kämpfend gegen den drohenden Ausgleich stemmten. Cham schien den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten – bis Julio Teixeira in der 88. Minute mit einem Schuss aus dem Hinterhalt das 1:1-Schlussresultat bewerkstelligte. Zu vermerken ist, dass unmittelbar davor ein Handspiel eines Rapperswilers am eigenen Strafraum nicht geahndet worden war.

Der SC Cham hat den Punktegewinn gegen den Tabellenzweiten Rapperswil-Jona redlich verdient. Die Elf von Trainer Jörg Portmann zeigte gegen den Favoriten vom oberen Zürichsee eine ausgezeichnete Leistung. In der ersten Halbzeit erspielten sich die Platzherren einige ausgezeich­nete Tormöglichkeiten. In der 11. Spielminute verpasste Severin Dätwyler eine Hereingabe von Dejan Jakovljevic nur ganz knapp. In der 32. Minute musste der Rapperswiler Keeper Diego Yanz sein ganzes Können aufbieten, um einen Schuss von Dätwyler mit einer sensationellen Fussabwehr abwehren zu können, und in der 35. Minute hatte Yanz das Glück des Tüchtigen auf seiner Seite, als er von Dätwyler ausgespielt wurde, dessen Schuss aber knapp über das Gehäuse strich.

Die St.Galler verzeichneten im ersten Durchgang nur eine einzige klare Torchance, als Enis Ramadani in der 42. Minute aus rund zehn Metern frei stehend abschloss. Der Chamer Torhüter Alessandro Merlo, der bis zu diesem Zeitpunkt kaum geprüft wurde, vermochte Ramadanis Knaller mit einer fantastischen Reflexbewegung über die Latte zu lenken. Angesichts der deutlich höheren Anzahl Torchancen hätte Cham zur Pause in Führung liegen müssen. Dass dem nicht so war, ist unter anderem auf die mangelnde Passgenauigkeit zurückzuführen.

Ein zufriedener Chamer Trainer
Der Sportclub-Trainer Portmann sagte hinterher: «Meine Mannschaft hat nach der unglücklichen Niederlage gegen Zürich United eine tolle Moral gezeigt. Sie hat den Kampf gegen den vermeintlich stärkeren Gegner angenommen und dank der Mehrzahl an Torchancen den einen Punkt redlich verdient.» Wenn der SC Cham die nächsten Partien mit der gleichen Kampfbereitschaft wie gegen Rapperswil-Jona bestreitet, sollte der angestrebte Ligaerhalt schon bald in trockenen Tüchern sein.


Fotos: Reto Müller