Spielberichte
24.09.2016
16:00 Uhr
2
3
Stadion Eizmoos
Zuschauer: 310
SR Ovcharov
Tore: 39. Nimi 1:0. 46. Pepsi 1:1. 50. Morello 1:2. 54. Kutesa 1:3. 64. Herger 2:3.
Cham: Merlo; Nussbaumer, Sturzenegger (81. Elvedi), Niederhauser, N. Walker; Nimi, Jakovljevic (76. Stojanov), Bader, Gasser (70. Scherer); Herger; Dätwyler.
Basel: Thürkauf; Nsumbu (67. Vogrig), Cümart, Kaiser, Conus; Pickel (46. Morello), Pepsi, Petretta, Adamczyk (76. Pacheco); Kutesa; Manzambi.
Bemerkungen: Cham ohne Christen, Wüest, Gallo (alle verletzt) und Thöny (nicht im Aufgebot).

Chamer Schlafmützen schenken ihre Heimspielserie her

Nach 28 Matches ohne Niederlage auf dem Eizmoos verliert der Sportclub erstmals. Ausschlaggebend sind acht schwache Minuten nach dem Beginn der zweiten Halbzeit beim 2:3 gegen den FC Basel in der Promotion League.

Hektik pur in den Schlusssekunden in Cham: Roman Herger und Pascal Bader bestürmen den Basler Torhüter Dario Thürkauf und reissen ihm den Ball aus der Hand. Der Schiedsrichter hatte wegen wiederholten Zeitspiels des Keepers auf indirekten Freistoss im Strafraum entschieden. Die Ausführung verzögert sich um mehrere Sekunden. Immer wieder rennen Basler Spieler zu früh aus der Mauer. Bader tippt den Ball schliesslich an. Dätwyler schiesst. Der Ball trifft die Mauer. Dann der Schlusspfiff, auch für eine eindrückliche Serie. Nach über zwei Jahren und 28 Spielen hat der SC Cham wieder zu Hause verloren in der Meisterschaft.

Die Enttäuschung war nicht nur deshalb riesig. Die Ennetseer hatten die Serie hergeschenkt. Denn zur Halbzeit führten sie dank einer einhundertprozentigen Chancenauswertung mit 1:0. Einen feinen Spielzug über Bader und Herger veredelte Nimi mit einem Kopfball. Bemerkenswert: Herger hatte die Massflanke mit dem schwächeren linken Fuss geschlagen, wie ein fachkundiger Zuschauer feststellte.

Drei Gegentore nach Wiederanpfiff
Doch nur acht Minuten nach dem Wiederanpfiff stand es 1:3. Diesem Einbruch lag ein kollektives Versagen der Chamer zugrunde. Zwar liess der sehr starke Basler Stürmer Manzambi die Abwehrspieler zweimal ganz schlecht aussehen, doch alle zu den Gegentreffern führenden Situationen waren im Mittelfeld entsprungen. Der Aussenverteidiger Nicholas Walker fand nach der Partie deutliche Worte für diese Schwächephase: «Wir haben geschlafen, das darf einfach nicht passieren», sagte er angesäuert.

Ähnlich erstaunlich wie diese acht Minuten war der Fortgang der Begegnung. Die Chamer brachen nicht auseinander – im Gegenteil. Sie stellten ihre immer wieder betonte Solidarität im Team unter Beweis und verdeutlichten, dass man sie nie abschreiben darf. In der 64. Minute traf Herger zum 2:3. Dabei zeigte sich, dass das Basler Nachwuchsteam von Trainer Raphael Wicky eher mit offensiven als defensiven Talenten bestückt ist. Dazu gehört auch der Torschütze zum 1:3, Dereck Kutesa, der in der Vorwoche im Cup in Zug einen Teileinsatz in der ersten Mannschaft geleistet hatte. Nun sah er in Cham, wie die Gastgeber auf den Ausgleich drückten. Es blieb letztlich bei erfolglosen Versuchen und dem Ärger über einen möglicherweise unterschlagenen Elfmeter: Der eingewechselte Jan Elvedi fiel in der 88. Minute im Strafraum. «Ich glaube, der Ball war schon etwas weit weg, als er einfädelte», sagte der faire Chamer Trainer Jörg Portmann.

Grosse Chance in der Tabelle vertan
Er verarbeitete die erste Heimspielniederlage nach so langer Zeit mittels eines meditativen Rasenantretens. Der Sportchef Marcel Werder tat es ihm gleich, womit das Duo ein amüsantes Bild abgab. Zum Lachen war den beiden natürlich nicht zu Mute. Diese Niederlage ist umso ärgerlicher für sie, als dass die Chamer mit einem Sieg zum Profiteur des Spieltags hätten werden können: Kein einziges der Spitzenteams gewann gestern. Doch nun gehören die Basler statt die Ennetseer der Verfolgergruppe von Leader Stade Nyonnais an.

Eine unrühmliche Chamer Serie fand gestern übrigens ihre Fortsetzung: Auch im neunten Spiel blieben sie nicht ohne gelbe Karte. Jessy Nimi sah in der 22. Minute bereits seine sechste Verwarnung der Saison.

von Raphael Biermayr Zuger-Zeitung