Spielberichte
21.10.2017
16:00 Uhr
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Stadion Spitalacker, Bern
Zuschauer: 270
SR: Tschudi
Tore: 16. Herger 0:1. 59. Schwab 1:1. 78. Giampà 1:2. 89. Konopek 2:2.
Breitenrain: Kiener; Donato, Galli, Kehrli, Hurter; Lüthi, Freiburghaus (79. Stoller), Colic, Schwab, Zingarelli (60. Cifci); Acosta (53. Konopek).
Cham: Merlo; Bender, Paglia, Niederhauser, Walker; Nimi (90. Thöni), Jakovljevic, Giampà, Müller (69. Zoller), Trachsel; Herger (75. Muharemi).
Bemerkungen: Cham ohne Dätwyler, Gasser und Balaj (alle verletzt). - Verwarnung: 68. Freiburghaus (Foul).

Ein Punkt beim Angstgegner

Der SC Cham spielt in Bern gegen Breitenrain 2:2. Obwohl die Gäste zweimal eine Führung preisgeben, spricht der Trainer Jörg Portmann von Zufriedenheit.

von Raphael Biermayr  -  raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Viel hat nicht gefehlt, und der SC Cham hätte den Fluch besiegt und im fünften Anlauf den ersten Vollerfolg gegen Breitenrain eingefahren. Doch nachdem Diego Zoller die Riesenchance zum 3:1 für die Gäste vergeben hatte, ging es nur wenige Sekunden, ehe der Ball auf der Gegenseite zum 2:2 im Netz lag (89.). Ein leichtfertiger Ballverlust stand am Ursprung dieses letzten Treffers der gestrigen Partie. Dann überrumpelte die Chamer ein Pass aus dem Zen­trum, der den Torschützen Miroslav Konopek erreichte. «Natürlich war dieses Tor vermeidbar», sagte Chams Trainer Jörg Portmann, der jedoch darob nicht den Blick für das Ganze verlor und hinzufügte: «Über alles gesehen ist das Resultat in Ordnung. Gerade, wenn man unsere Geschichte auf diesem Platz und gegen diesen Gegner berücksichtigt.»

Das ist eine faire, da zutreffende Einschätzung. Die Chamer gerieten in der zweiten Halbzeit zunehmend unter Druck. In der 59. Minute erzielten die Berner den Ausgleichstreffer, der sich zuvor abgezeichnet hatte, zum 1:1. Es war das erste Mal, dass die Abwehr nicht auf der Höhe war. Fabio Niederhauser und Raphael ­Paglia hatten bis dahin ein souveränes Innenverteidigungsduo gebildet. Das war erstaunlich angesichts der Tatsache, dass sie seit dem 4. Spieltag nicht mehr zusammengespielt hatten.

Portmanns geglückte Aufstellung
Überdies war es im 13. Saisonmatch die 13. unterschiedlich zusammengesetzte Viererkette. Der eigentliche Verteidiger Davide Giampà spielte nämlich überraschenderweise hoch im Mittelfeld. «Wir brauchten Davides Kopfballstärke auch in der Offensive – eigentlich braucht es ihn überall», begründete der Trainer Portmann die Aufstellung. Sein Kniff zahlte sich aus: Giampà schoss mit seinem zweiten Treffer für die Chamer das 2:1 (78.). Der vormalige Profi aus der Challenge League spitzelte den Ball nach einem Trachsel-Schuss am heraushechtenden Torhüter Leo Kiener vorbei.

Jener hatte nicht allzu viel zu tun, denn die Gäste waren nicht sonderlich gefährlich, präsentierten sich aber ungewohnt effizient. In der 16. Minute erzielte Roman Herger in der ersten Offensiv­situation den ersten Treffer. Florian Müller hatte ihn herrlich lanciert. Herger war es auch, der fast 60 Spielminuten später die zweite grosse Möglichkeit der Gäste hatte – und allein vor Kiener vergab. Davon abgesehen mussten sich die Chamer vorwerfen lassen, mittels Kontern und Standardsituationen zu wenig Gefahr erzeugt zu haben. Die Qualität der Flanken und letzten Pässe war tief. Dass sie dennoch Tore erzielten und letztlich punkteten, ist ein Sinnbild für die gegenwärtige erfolgreiche Saisonphase mit sieben Zählern aus den letzten drei Matches: Sie holen aus ihren verletzungsbedingt eingeschränkten Möglichkeiten das Optimum heraus. Der Trainer bestätigt diesen Eindruck. «Wir dürfen im Moment zufrieden sein», stellte Jörg Portmann fest.