Spielberichte
01.09.2018
16:00
O
3
Stadion Eizmoos, Cham
Zuschauer: 350
SR: Von Mandach
Tore: 35. Zenelli 0:1. 60. Ciarrocchi 0:2. 90. Pacar 0:3.
Cham: Peterhans; Nimi (78. Schiavano), Balaj, Loosli, Bender (81. Stevanovic); Domingues, Foschini, Giampà, Gasser (13. Fioravanti); Herger; Wicht.
Yverdon Sport: Martin; Matukondolo (66. Le Neun), De Pierro, Marque, Zenelli; Maroufi, Caslei, Nzomo, Gherardi (83. Diarra); Elequet (88. Pacar); Ciarrocchi (77. Bud).
Bemerkungen: Cham ohne Müller, Gaye (beide abwesend)

Yverdon zeigt Cham den Meister

Die Chamer hatten gegen Yverdon nicht den Hauch einer Chance. Die favorisierten Waadtländer siegten hochverdient mit 3:0. Am Rand machte ein interessantes Gerücht die Runde.


von Martin Mühlebach  -  sport@zugerzeitung.ch 

Die Challenge-League-Partie zwischen Cham und Yverdon kam sofort in die Gänge. Beide Teams schlugen ein horrendes Tempo an. Intensiv um jeden Ball kämpfend, versuchten die Cha­mer die favorisierten Gäste aus dem Waadtland in Schach zu halten. Dies gelang vorerst. Nicht zuletzt dank einiger guter Paraden ihres Torhüters Marco Peterhans. Doch in der 33. Minute war auch er machtlos, als Muamer Zenelli mittels direkten Freistosses aus rund 20 Metern zur 1:0-Führung traf.

Die Chamer haderten mit dem Schicksal, zumal der Freistoss aus ihrer Sicht unberechtigt verhängt worden war. In der Folge taten sich die Platzherren schwer, wieder ins Spiel zu kommen. Sie spielten praktisch nur noch Quer- und Rückpässe. Die gut stehende Abwehr der Gäste wurde kaum einmal auf die Probe gestellt. Der Chamer Trainer Jörg Portmann sagte hinterher: «Wir wollten vor dem Halbzeitpfiff kein weiteres Gegentor einstecken. Yverdon wartete nur darauf, dass wir auf Teufel komm raus nach vorne spielen, um blitzschnelle, geradlinige Konter starten zu können.» Cham gelang es tatsächlich, mit dem knappen Rückstand in die Pause zu gehen.

Yverdon schaltete vorerst einen Gang zurück
Nach dem Seitenwechsel drückten die Platzherren vehement auf den Ausgleich. Der in der Sommerpause von Rapperswil-Jona zu den Zugern gestossene Célien Wicht schoss den Ball in der 53.Minute nach einem Tohuwabohu im Strafraum der Gäste nur knapp am Tor vorbei. Es war ein Weckruf für die nach der Pause um einen Gang zurückgeschalteten Waadtländer, die das Spieldiktat nun wieder resolut an sich rissen. In der 60. Minute verwertete Ciarrocchi einen massgeschneiderten Flankenball mit dem Kopf zur 2:0-Führung. Der Chamer Mittelfeldstratege Davide Giampà versuchte das Ruder in der 65. Minute mit einem kernigen Schuss aus dem Hinterhalt nochmals herumzureissen, aber der Ball zischte am Yverdoner Gehäuse vorbei, ohne Schaden anzurichten. Und als Cham in der Schlussphase des Spiels alles nach vorne warf, enteilte der zwei Minuten zuvor eingewechselte Janko Pacar der weit aufgerückten Abwehr der Platzherren (90.). Pacar bekundete keine Mühe, seiner Elf letztlich einen klaren 3:0-Sieg zu bescheren.

Chamer zeigen sich realistisch
Der Chamer Teamchef Walter Riedweg befand nach dem Schlusspfiff: «Yverdon hat unsere Defizite klar aufgedeckt und uns den Meister gezeigt. Die Waadtländer waren das bessere Team, sie haben verdient gewonnen.» Trainer Jörg Portmann meinte: «Wir hätten an unserem obersten Limit spielen müssen, um gegen das starke Yverdon bestehen zu können.» Sportchef Marcel ergänzte: «Nach dem Seitenwechsel versuchten wir das Spiel herumzureissen, aber die Waadtländer Abwehr hat nichts anbrennen lassen.»

Kurz vor dem Anpfiff hatte sich auf dem Chamer Eizmoos die Kunde verbreitet, dass Yverdons Siege gegen Sion II und Münsingen wegen dem Einsatz von nicht qualifizierten Spielern in 0:3-Forfaitniederlagen umgemünzt würden. Ob das den Tatsachen entspricht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.


Fotos: Reto Müller