Spielberichte


Kein perfekter Tag für Cham

Der SC Cham kassiert gegen den Sion-Nachwuchs eine bittere 0:1-Heimniederlage. Die Zuger zeigen sich gegen die jungen Walliser im Spielaufbau und im Abschluss zu fehlerhaft.

von Michael Wyss -  sport@zugerzeitung.ch

Ich bin bitter enttäuscht, was das Resultat anbelangt. Aufwand und Ertrag stimmten in keinem Verhältnis überein», ärgerte sich Cham-Trainer Jörg Portmann (39) nach der Partie. Es war die Spielszene in der 72. Minute, die zum einzigen Treffer führte und Portmanns Frust auslöste. Sions Stürmer Aimery Pinga (19) liess dabei Cham-Keeper Alessandro Merlo keine Abwehrchance. «Diese Niederlage ist bitter, wir hätten dieses Spiel nie und nimmer verlieren dürfen. Mehr gibts dazu nicht zu sagen», zeigte sich die 19-jährige Neuverpflichtung Mats Hammerich enttäuscht.

Nach dem 2:1-Auswärtssieg in Köniz vor einer Woche hatten sich die Zuger vom ersten Heimspiel in diesem Jahr bestimmt mehr erhofft. Die junge Walliser Equipe mit einem Durchschnittsalter von knapp 20 Jahren war keine Übermannschaft und war daher schlagbar gewesen. Der Sion-Nachwuchs hinterliess in der Defensive keinen sicheren Eindruck und präsentierte sich offensiv äusserst verspielt. «Sion war alles andere als unschlagbar», weiss Portmann. «Ich hätte dem Team den Sieg vor heimischer Kulisse gegönnt. Doch einen grossen Vorwurf kann ich meiner Mannschaft in Sachen Einstellung und Kampfgeist aber nicht machen.»

Zu viele individuelle Fehler im Spielaufbau

Im Spiel der Chamer fehlte vielfach die offensive Durchschlagskraft. Vieles wirkte pomadig, kompliziert und zu ungenau. Das zeigte sich auch in den vielen individuellen Fehlern im Spielaufbau. «Nach dem Sieg in Köniz wollten wir gegen Sion unbedingt nachlegen. Nun stehen wir mit leeren Händen da. Das ist unfassbar», zeigt sich Mittelfeldspieler Hammerich konsterniert. Die Partie begann fulminant und mit grossem Unterhaltungswert. Chams Schlussmann Alessandro Merlo (23) bewahrte sein Team schon früh mit einer Glanzparade (7.) vor einem Rückstand. Postwendend hatte Nicholas Walker (22) eine Möglichkeit (8.) zur Führung. Auch Routinier Pascal Bader (34) stand für die Einheimischen im Rampenlicht, als er einen Kopfball (16.) eines Wallisers auf der Linie unschädlich machte. Und nach einem Freistoss (29.) durch Pascal Christen (24) brannte es lichterloh vor dem Sion-Gehäuse, doch Zählbares schaute nicht heraus.

Die beste Zuger Möglichkeit hatte dann nach etwas mehr als einer halben Stunde Stürmer Severin Dätwyler. Der 25-Jährige setzte das Leder aber an den Aussenpfosten (34.) und scheiterte in der 64. Minute erneut aus aussichtsreicher Position.

Frühe Ausfälle nicht förderlich für das Spiel

Zu allem Abschlusspech gesellte auch noch die Verletzungshexe. Portmann musste auf die verletzten Reto Scherer (27) und Cyrill Gasser (25) verzichten, Pascal Nussbaumer (12.) und Christen (34.) schieden bereits in der ersten Spielhälfte aus. «Diese frühen Ausfälle wirkten sich bestimmt nicht förderlich auf unser Spiel aus», monierte Portmann nach dem Spiel.

In der Vorrunde wurden die Walliser, notabene ein direkter Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt, noch mit 1:0 besiegt. «Der Sieg in Köniz ist nun umso wichtiger», weiss Portmann. Die Niederlage gegen Sion löse aber keine Panik aus. «Alles war nicht schlecht, was wir zeigten. Wichtig ist nun, dass wir die Lehren daraus ziehen.» Denn mit Bavois wartet am Samstag ein weiterer Abstiegskandidat auf die Ennetseer. Es ist eine schwierige, aber nicht unlösbare Aufgabe im Waadtland. «Geschenkt wird uns in dieser Liga nichts», weiss Hammerich, «gegen Bavois wollen wir wieder auf die Erfolgsspur zurückfinden.» Der SC Cham ist mit 26 Punkten auf Rang 8 in der Promotion League platziert. Doch der Rang trügt. Die Luft nach hinten ist weiter sehr dünn.

 

 Fotos: Reto Müller