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Sechs Jahre lang haben Gilbert Eyer und Markus Schneider die Frauen des SC Cham erfolgreich trainiert und gecoacht, nachdem sie schon vorher über Jahre als Nachwuchstrainer erfolgreich im Verein gewirkt hatten. Mit dem Aufstieg in die 3. Liga vor einem Jahr und dem vorzeitig geschafften Ligaerhalt haben sie Meilensteine für den Frauenfussball in Cham gesetzt. Nun treten sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge von ihrem Amt zurück.

Grosse Bedeutung des Schweizer Frauenfussballs
In jüngster Zeit schreiben die Frauen in der Schweiz immer wieder Fussballgeschichte. Dies untermauern die Teilnahmen der Nationalmannschaft an den Endrundenturnieren der EM und der WM, der EM-Vizemeistertitel des U-17 Teams und die Tatsache, dass Schweizer Spielerinnen auf höchstem Niveau auch im Ausland um Meisterehren und gar um den Champions League Titel kämpfen. In Cham starten die jungen Mädchen zusammen mit den Buben in ihr Fussballabenteuer, da der Sportclub keine eigenen Mädchenteams führt. Die begabten Mädchen geniessen dabei bei den F-, E-, D-, und spätestens den C- Junioren durchaus eine gute Ausbildung und haben Gelegenheit, sich auch bei den Jungs durchsetzen zu können. Mangels weiterer Perspektiven zieht es diese Talente dann aber schon früh weg. Sie gehen heute zu Vereinen wie Luzern, GC, Zürich oder ins Stützpunkttraining des Schweizer Fussballverbandes. Früher erfolgte oft ein Wechsel nach Malters zum damaligen Spitzenteam. Mit Selina Zumbühl und Sandra Betschart hatte der SC Cham in der jüngsten Vergangenheit zwei Spielerinnen, welche mehrere Cup- und Meistertitel in der Schweiz einheimsten und total 75 x für das Nationalteam aufliefen. Betschart selber setzte zusätzliche Akzente in Deutschland, Dänemark und Schweden.

Die fehlende breite Basis in der Juniorenabteilung macht es damit schwer, eine Aktivabteilung zu führen, und ist eine besonders grosse Herausforderung für deren Trainer. Es ist deshalb umso bemerkenswerter, wenn es dem Staff gelingt, über Jahre ein genügend grosses, konstantes, motiviertes und durchaus erfolgreiches Team zu formen.

Beide Trainer mit grosser Vergangenheit beim SC Cham
Sowohl Gilbert Eyer wie auch Markus Schneider sind keine unbeschriebenen Blätter im Verein. Beide haben vor ihrem letzten Engagement als Frauentrainer über Jahre sehr erfolgreich im Nachwuchsbereich trainiert. Schon damals haben sie gemeinsam als Trainerduo mit den C-Junioren den Aufstieg in die Coca-Cola-Junior-League geschafft. Gilbert Eyer war zudem versierter OK-Präsident der Cuppartien gegen Basel, GC und Zürich. Zusammen mit Regierungsrat Heinz Tännler war er am gelungenen 100-Jahr Jubiläum mitbestimmend. So war er für den sportlichen Teil der Jubiläumsveranstaltung im Eizmoos verantwortlich. Einen ausgezeichneten Namen machte er sich beim SFV auch als umsichtiger OK-Präsident für Nachwuchsländerspiele auf dem Eizmoos. Markus Schneider stellte sich neben seiner Tätigkeit mehrere Jahre als OK-Mitglied fürs Dorfturnier zur Verfügung und amtete mehrere Jahre auch als Revisor für den Verein. In guter Erinnerung bleiben den beiden Trainern und vielen Sportlerinnen und Sportlern die vier Trainingslager in Biel und Grenchen, die Turnierbesuche in Schruns/Montafon mit den Junioren sowie die Ski- und Trainingsweekends in Davos, bzw. Tenero, mit den Frauen.

Ein neuer Abschnitt
Nun gönnen sich die beiden etwas mehr Ruhe und nehmen sich mehr Zeit für ihre Familien. Sie werden sich künftig im Kreise ihrer 50- bis 60-jährigen Alterskollegen in der Trainingsgruppe fit halten und den Kontakt zum Verein im Kreise dieser «Legenden» pflegen. Sie sind überzeugt, dass der Wechsel im richtigen Zeitpunkt erfolgt. Sie sind der Meinung, dass das Team neue Impulse gebrauchen kann, spüren sie doch auch die Routine des Trainingsalltags und stellen erste kleine Verschleisserscheinungen fest.

Geregelte Nachfolge
Ihren Nachfolgern Christian Vögtli und Enzo De Leonardis wünschen sie schon jetzt viel Spass und Erfolg und gehen davon aus, dass sie den ausgezeichneten Teamspirit weiterhin zu pflegen verstehen. Die beiden neuen Trainer verfügen als Junioren- und Aktivtrainer sowie auch im Frauenfussball über Erfahrungen und wertvolle Kompetenzen.

Never say never
Ein erfolgreiches Kapitel Chamer Fussballgeschichte geht zu Ende. Gilbert Eyer und Markus Schneider sind zum Glück nicht abgeneigt, ihre zahlreichen Kompetenzen weiter einzubringen. Sollte wieder einmal ein grosser Cupknüller anstehen und nach einem OK-Präsidenten rufen oder der Verband wieder für ein Länderspiel anfragen, dann wären beispielsweise Gilbert Eyer nicht abgeneigt, «noch einmal in die Hosen zu steigen».

Der SC Cham dankt Beiden für ihr langjähriges erfolgreiches Engagement und wünscht ihnen weiterhin alles Gute. Schön, euch immer wieder im Eizmoos zu sehen.

Text und Foto: André Dommann