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Immer dann, wenn das E/a-Team in der vergangenen Saison auftrat, beeindruckte Verteidigerin Lia Kamber durch ihre physischen, technischen und taktischen Fähigkeiten. Die junge Spielerin fällt aber allen auch durch ihre Motivation, ihre Ausgeglichenheit und ihre herzlich spontane Art und Weise auf und gewinnt sofort die Sympathien der eigenen und fremden Zuschauerinnen und Zuschauer. Nun verlässt sie den Verein schon in jungen Jahren, um den nächsten Karriereschritt gezielt anzugehen.

Unsere E/a-Junioren waren heuer äusserst erfolgreich unterwegs: Sieger in der Eliteklasse der IFV-Meisterschaft, IFV-Cupfinalist 2018, IFV Hallenmeister Winter 2018, 3. Rang am internationalen Zugerland-Turnier. Die Mannschaft bereitete so viel Freude und zeigte offensiven und erfolgreichen Fussball. Viel zum guten Gelingen dieser Saison hat dabei auch die 12-jährige Lia Kamber beigetragen.

Der Start in ein grosses Abenteuer
Ab der neuen Saison wechselt das Talent nun in den Stützpunkt des SFV in Biel, wo sie sie alles investieren will, um viel lernen und vielleicht später erfolgreich Spitzenfussball spielen zu können. Lia Kamber hat die Zeit beim SC Cham genossen, bei dessen C-Junioren auch ihr älterer Bruder in der Coca-Cola-Junior League spielt. Nun heisst es aber den nächsten Schritt zu vollziehen, wenn sie sich bewusst zur Spitzenspielerin entwickeln möchte. Dieser Schritt bedeutet vorerst das Verlassen der Komfortzone. Sie wird ihre geliebte Familie vorübergehend verlassen und ab Sommer in einer Gastfamilie wohnen, dort die Schule besuchen und einen neuen Freundes- und Bekanntenkreis aufbauen. Das alles ist es ihr aber wert, obwohl sie es schön fände, wenn sich Schule und Sport auch in Cham einfach so vereinbaren liessen. Bewusst setzt sie aber schon jetzt Prioritäten und ist bereit, vieles dem grossen Ziel unterzuordnen. Unterstützt wird sie dabei von ihren Eltern und ihrem Bruder Janic, die sie verstehen und beste Voraussetzungen bieten wollen, auch wenn die teilweise Trennung ab und zu schmerzhaft sein wird. So wird der Übergang durch das Ausbildungszentrum des SFV in Biel zusammen mit den Eltern und Lia sorgfältig vorbereitet, etwa bei der Auswahl der Gastfamilie, den Abklärungen der Rahmenbedingungen, etc.

Wer weiss? – vielleicht die Dritte im Bund
Mit Selina Zumbühl und Sandra Betschart hatte der SC Cham in der jüngsten Vergangenheit bereits zwei Spielerinnen, welche mehrere Cup- und Meistertitel in der Schweiz einheimsten und total 75 x für das Nationalteam aufliefen. Betschart selber setzte zusätzliche Akzente in Deutschland und Schweden. Zumbühl war langjährige Spielführerin beim Rekordmeister FC Zürich. Wer weiss, vielleicht macht auch Lia Kamber weiter von sich reden. Zuzutrauen ist es der zielbewussten, fussballbegeisterten und durchaus selbstbewussten jungen Sportlerin allemal. Und neidlos gönnen würde man ihr diese Möglichkeit auch gerne. Sie auf jeden Fall will das Ihre dazu beitragen.

Grosse Bedeutung des Schweizer Frauenfussballs
In jüngster Zeit schreiben die Frauen in der Schweiz immer wieder Fussballgeschichte. Das kommt nicht von ungefähr! Talentsichtungen, Stützpunkttraining, bewusste Talentförderung und die Führung von Auswahlteams auch im Nachwuchsbereich schaffen hervorragende Bedingungen für erfolgreiche Arbeit. Dies untermauern die Teilnahmen der Nationalmannschaft an den Endrundenturnieren der EM und der WM, der EM-Vizemeistertitel des U-17 Teams und die Tatsache, dass Schweizer Spielerinnen auch im Ausland auf höchstem Niveau um Meisterehren und gar um den Champions League Titel kämpfen.

Cham seit Jahren als Sprungbrett
In Cham starten die jungen Mädchen zusammen mit den Buben in ihr Fussballabenteuer, da der Sportclub keine eigenen Mädchenteams führt. Die begabten Mädchen geniessen dabei bei den F-, E-, D-, und spätestens den C- Junioren durchaus eine gute Ausbildung und haben Gelegenheit, sich auch bei den Jungs durchsetzen zu können. Mangels weiterer Perspektiven zieht es diese Talente dann aber schon früh weg. Sie gehen heute zu Vereinen wie Luzern, GC, Zürich oder ins Stützpunkttraining des Schweizer Fussballverbandes. Früher erfolgte oft ein Wechsel zum damaligen Spitzenteam Malters. Künftig trainiert Lia täglich in Biel. Übers Wochenende spielt sie bei den FE 13 des Teams Zugerland. Ihr Abschlusstraining bestreitet sie bei nach Möglichkeit ebenfalls im Team Zugerland.

Allrounderin mit Herz
Lia Kamber hat viele Talente. Sie kam via das Geräteturnen und das Tennis zum Fussball und liebt es nach wie vor, gelegentlich auch Tennis zu spielen. Sie tut sich auch in der Schule nicht schwer und versucht deshalb, Schule und Sport unter einen Hut zu bringen. Sie kann gut mit Menschen umgehen und versteht, sich selber realistisch einzuschätzen. Kein Wunder also, wenn Menschen in ihrem Umfeld sie ebenso einschätzen, wie sie sich sieht: zielstrebig, hilfsbereit, hoch motiviert, nicht egozentrisch, Teamplayerin, humorvoll, um einige Eigenschaften zu nennen. Ihre Vorbilder sind keine geringeren als Ronaldo und Griezmann und ihnen will sie nacheifern.

Wir trauen es ihr zu und wünschen ihr von Herzen viel Glück und Erfolg.

Text und Foto: André Dommann