Spielberichte
22.10.2016
16
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Stadion Eizmoos
Zuschauer: 275
SR Musa
Cham: Merlo; Walker, Sturzenegger, Elvedi, Balaj; Nimi (31. Nussbaumer), Bader, Jakovljevic, Gasser (25. Scherer); Herger (79. Christen); Dätwyler.
Stade Nyonnais: Djuric; Maric, Duarte, Golay, Etchegoyen; Camara; Hochstrasser (68. Gaillard), Valente, Boillat; Simunac, Chentouf (46. Dalla Vecchia).
Bemerkung: 65. Platzverweis (Gelb-rot) Sturzenegger

Viel Unheil, aber ein Punkt

Der SC Cham ringt Stade Nyonnais ein 0:0 ab – trotz Unterbesetzung über eine längere Zeit und zwei frühen verletzungsbedingten Auswechslungen.

Der Chamer Trainer Jörg «Udo» Portmann mag in der 65. Minute der Promotion-League-Partie gegen Stade Nyonnais wohl das eine oder andere Stossgebet zum Himmel gesandt haben, als der Schiedsrichter seinen Innenverteidiger Ueli Sturzenegger zum zweiten Mal verwarnte und des Feldes verwies.

Es war bereits das dritte Unheil, das die Platzherren zu verkraften hatten. In der 25. Minute musste Cham Cyrill Gasser infolge einer Verletzung durch Reto Scherer ersetzen, und nur fünf Minuten später schied Jessy Nimi, der bis anhin beste Chamer Offensivspieler, ebenfalls verletzt aus. Portmann reagierte taktisch klug, indem er die Position von Nimi mit Nicholas Walker besetzte und Pascal Nussbaumer als Aussenverteidiger einwechselte. Cham vermochte das hin und her wogende Spiel bis zur Pause ausgeglichen zu gestalten. Mehr noch, obwohl sein Torhüter Alessandro Merlo mehrmals eingreifen musste, hatte sein Antipode Damien Djuric die brenzligeren Situationen vor seinem Gehäuse zu klären.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte der Tabellenvierte Stade Nyonnais die Kadenz. Spätestens nachdem sich Sturzenegger die gelb-rote Karte eingehandelt hatte, stand die Verteidigung der solidarisch kämpfenden Platzherren sozusagen unter Dauerdruck. Severin Dätwyler, der als einzige Chamer Sturmspitze die Gästeabwehr sporadisch zu beschäftigen vermochte, stand auf verlorenem Posten. Als der Schiedsrichter die Partie beim Stand von 0:0 abpfiff, atmete Trainer Jörg Portmann sichtlich erleichtert auf. Nach mehrmaligem Durchatmen sagte er zu Recht: «Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Sie hat die frühen Wechsel gut verkraftet und in den letzten 25 Minuten mit einem Mann weniger dem Druck des starken Gegners standgehalten. Besonders freut mich», so Portmann, «dass es uns nach der 1:4-Niederlage gegen Brühl St. Gallen gelungen ist, unser Tor rein zu halten.» Dem Chamer Trainer war natürlich nicht entgangen, dass der einfache Punktgewinn nicht zuletzt dem stark aufspielenden Torhüter Alessandro Merlo zu verdanken ist, der bescheiden meinte: «Ich bin einfach froh, dass ich als Teil unserer hart kämpfenden Mannschaft meinen Beitrag leisten konnte.» Trainer Portmann blickte bereits wieder voraus und sinnierte: «Wenn wir in den nächsten Spielen defensiv wieder so abgeklärt spielen wie diesmal, werden vorne bestimmt wieder Tore fallen.»

von Martin Mühlebach, Zuger Zeitung