Spielberichte
16.08.2017
19:30 Uhr
4
O
Stadion Paul Grüninger, St. Gallen
Zuschauer: 590
SR: Piccolo
Tore: 1. Abegglen 1:0. 66. Riedle 2:0 (Foulpenalty). 89. Sabanovic 3:0. 90. Huber 4:0.
Brühl: Celebi; Bozic, Jakupovic, Franin, Pellegatta (63. Nguyen); Huber, Scherrer (70. Ivic), Holenstein, Rafinha; Riedle, Abegglen (86. Sabanovic).
Cham: Merlo; Niederhauser, Giampà, Loosli, Walker; Nimi (80. Balaj), Jakovljevic (46. Muharemi), Gasser, Trachsel (68. Dätwyler), Müller; Herger.
Bemerkungen: Cham ohne Thöni (abwesend), Pfostenschuss Abegglen (15.). - Verwarnungen: 16. Jakupovic, 45. Perregatta, 54. Trachsel, 65. Merlo, 75. Herger (alle Foul).

 

Kalte Dusche nach Chamer Kaltstart

In der ersten Spielminute in Rückstand geraten, können die Ennetseer bei Brühl nicht mehr reagieren und verlieren mit 0:4. Es ist die erste Niederlage in der Promotion-League-Saison und das Ende einer langen Serie.

von Raphael Biermayr, St.Gallen  raphael.biermayr@zugerzeitung.ch

Er gab sich Mühe, und letztlich hatte er Mühe. Er rannte, und letztlich verrannte er sich. Jessy Nimi war gestern ein Sinnbild für den SC Cham. Der rechte Flügelspieler, der für seine Tempoläufe und seine scharfen Flanken bekannt ist, agierte im Brühler Paul-Grüninger-Stadion von A bis Z glücklos. Nimis missratener Abend gipfelte in der Szene, die zum vorentscheidenden 2:0 für die St.Galler führte. In der 65. Minute geriet ihm ein Rückpass zum Goalie zu kurz, Brühls Scherrer kam im Strafraum in Ballbesitz und wurde von Keeper Merlo gefoult. Riedle schoss den fälligen Penalty unter die Latte. Der Torschütze heisst mit vollem Vornamen Alessandro Frederico Karl-Heinz, womit geklärt ist, dass der 26-jährige Deutsche tatsächlich der Sohn des früheren Weltklassestürmers ist.

Erster Angriff, erstes Gegentor
Ebenfalls bezeichnend für den Chamer Auftritt ist die Tatsache, dass dem zweiten Gegentreffer eine eigene Tormöglichkeit vorausgegangen war: Roman Herger schloss nach einem Eckball in artistischer Manier ab, sah den Ball aber pariert. Es war eine der raren Gelegenheiten für die Gäste, den Spielstand auszugleichen. Dieser lautete schon seit der ersten Spielminute 1:0. Am Ende eines schlichtweg perfekt vorgetragenen Angriffs köpfelte Nico Ab­egg­len nach gerade einmal 39 Sekunden ein. Derselbe Akteur hatte in der 15. Minute Pech, als sein Schuss gleich beide Pfosten traf, ehe Jan Loosli die Situation in extremis entschärfte. Der frühere Super-League-Spieler Abegglen (St. Gallen, Vaduz) verkörperte in dieser Startphase den impulsiven und kraftvollen Mittelstürmer, den die Chamer nicht in ihren Reihen hatten. Immerhin kam im späteren Verlauf der Partie mit Severin Dätwyler der Chamer zu seinem Saisondebüt, dem man zutraut, diese Rolle auszufüllen.

Erinnerungen an den März 2016
Am Ende wurde es richtig bitter für die Ennetseer: Der kurz zuvor eingewechselte Sabanovic sowie Huber erzielten in den letzten Spielminuten noch zwei weitere Treffer. Es lag geradezu auf der Hand, dass die Gäste zuvor weiterhin ergebnislos angerannt waren. Der Sportchef Marcel Werder tippte nach dem Schlusspfiff auf der schmucken Holztribüne das ernüchternde Resultat in sein Smartphone, ehe er, auf den Match angesprochen, mit den Achseln zuckte und sagte: «Wir müssen halt eine der Chancen nutzen nach dem 1:0.»

Die «Null» auf der Toranzeige der Chamer bedeutete nicht nur Ärger am gestrigen Abend, sondern auch das Ende einer eindrücklichen Serie: Nach 20 Meisterschaftsspielen in Folge blieb der SC Cham auswärts erstmals ohne Treffer. Das war vor gestern Abend im März 2016 letztmals der Fall gewesen, neckischerweise ganz in der Nähe: Damals unterlagen die Chamer dem U21-Team des FC St.Gallen 0:3.

Bereits am Samstag wartet die vierte Runde in der Promotion League. Die Ennetseer empfangen ab 16 Uhr den Nachwuchs des FC Sion auf dem Eizmoos. Die Walliser verloren gestern auch ihre dritte Partie in der laufenden Saison (0:2 gegen YF Juventus) und liegen am Ende der Tabelle.