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Rück- und Ausblick Frauenabteilung
Interview mit Lara Aschwanden
Der Frauenfussball erlebt weiterhin einen starken Aufschwung – auch beim SC Cham. Auf die Saison 2025/26 hin wurden zwei zusätzliche Teams ins Leben gerufen, zudem wurde der Juniorinnenbereich mit den neuen Stufen FF14 und FF17 strukturell durch den Verband angepasst. Lara Aschwanden, Verantwortliche im Frauenbereich des SC Cham, nimmt in einem kurzen Interview zu fünf Fragen Stellung.
Rückblick Vorrunde 2025 – Wie fällt dein sportliches Fazit zur Vorrunde aus? Welche Entwicklungen oder Fortschritte haben dich besonders gefreut?
LA: Das Gesamtfazit zur Vorrunde ist klar positiv. Von den FF14 über die FF17 bis hin zu den Aktivteams konnten wir in allen Mannschaften gute Platzierungen erzielen und uns eine sehr gute Ausgangslage für die Rückrunde sichern. Besonders gefreut hat mich, wie viele neue und junge Spielerinnen ihren Platz in den Teams gefunden haben und sich schnell integrieren konnten.
Ein grosses Kompliment gilt auch den zahlreichen Trainer/innen, die mit viel Leidenschaft und Engagement arbeiten und damit einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung leisten. Der Zusammenhalt innerhalb der Teams ist sehr stark, ebenso die Einsatzbereitschaft. Gerade im Aktivbereich waren die Kader teilweise knapp, doch es wurde immer gemeinsam nach Lösungen gesucht – auch mit zusätzlichem Einsatz oder Doppelbelastungen an den Wochenenden.
Entwicklungstechnisch sind wir klar auf einem sehr guten Weg. Vor allem bei den jüngeren Mädchen sehen wir einen erfreulichen Zuwachs und viel Potenzial, das uns für die Zukunft des Frauenfussballs beim SC Cham sehr zuversichtlich stimmt.
Der SC Cham verfügt mittlerweile über zwei Aktivmannschaften und drei Juniorinnen-Teams. Was sagt diese Entwicklung über den Stellenwert des Frauenfussballs im Verein aus?
LA: Die aktuelle Entwicklung im Frauenbereich des SC Cham ist Ausdruck eines gemeinsamen Weges, der von viel Engagement, Überzeugung und Freude am Fussball geprägt ist. Der Frauenfussball ist im Verein fest verankert und wird als wichtiger Bestandteil der Gesamtentwicklung verstanden. Ein starker Teamgeist und die gemeinsame Leidenschaft für den Fussball bilden dabei die Basis – und genau daraus entsteht sportliche Leistung oft ganz natürlich.
Der SC Cham hat das Potenzial des Frauenfussballs erkannt und steht klar hinter dieser Entwicklung. Es werden Perspektiven geschaffen und keine unnötigen Hürden aufgebaut. Gleichzeitig bringt das starke Wachstum des gesamten Vereins Herausforderungen mit sich, insbesondere in Bezug auf Ressourcen und Platzverhältnisse, die sich auch im Frauenbereich bemerkbar machen und durch den Ausbau zusätzlich verstärkt werden.
Nach aussen zeigt diese Entwicklung den SC Cham als attraktiven, zukunftsorientierten und familiären Verein, der junge Mädchen und Frauen gezielt fördern will und ihnen langfristige Perspektiven bietet – immer mit dem zentralen Ziel, die Freude am Fussball zu bewahren.
Wo siehst du aktuell die grössten sportlichen oder strukturellen Herausforderungen – und welche Learnings nimmst du daraus für die Rückrunde mit?
LA: Eine der grössten Herausforderungen bleibt die Kaderstärke, insbesondere bei verletzungsbedingten Ausfällen oder Doppelbelastungen einzelner Spielerinnen. Auch Ressourcen, Plätze, Sponsoren und das Engagement der Trainerinnen und weiterer freiwilliger Helfer/innen sind zentrale Themen.
Es braucht stetige Arbeit von vielen engagierten Personen – sei es bei der Werbung, der Vorbereitung von qualitativ guten Trainings, dem aktiven Zugehen auf Spielerinnen oder dem Stärken des Teamgefühls, auch abseits des Fussballs durch gemeinsame Events. All dies wird hier nicht als selbstverständlich gesehen und macht die Stärke unseres Frauenbereichs aus.
Für die Rückrunde nehmen wir mit: Mit viel Einsatz und Engagement ist vieles möglich. Es lohnt sich, aktiv dranzubleiben, das Miteinander zu pflegen und die Leistungen aller wertzuschätzen. Ein gutes Team zeichnet sich dadurch aus, dass sich alle gegenseitig unterstützen – sportlich wie menschlich.
Nach der tollen Frauen-EM 2025 im eigenen Land. Welche nachhaltigen Impulse hast du wahrgenommen? Gab es mehr Aufmerksamkeit, mehr Anfragen oder einen spürbaren Zuwachs im Frauen- und Mädchenfussball?
LA: Die Frauen-EM 2025 hat beim Nachwuchs, besonders bei den FF14, einen richtigen Begeisterungsschub ausgelöst. Viele junge Mädchen sind vom Fussball fasziniert, und das EM-Fieber hat diese Begeisterung noch verstärkt. In den Teams wurde viel über die Spiele diskutiert und es wurden Besuche der Partien organisiert. Man konnte regelrecht spüren, wie die Leidenschaft für den Sport ansteckt und wächst.
Gleichzeitig hat die EM dem Frauenfussball in der Schweiz ein starkes, positives Bild verschafft. Das hohe Niveau, die Professionalität und die Leidenschaft der Spielerinnen werden heute viel stärker wahrgenommen, kritische Stimmen nehmen ab, und das allgemeine Interesse wächst deutlich. Für den SC Cham ist das ein wertvoller Impuls: Wir möchten diese Entwicklung gezielt unterstützen und dafür sorgen, dass die Begeisterung, vor allem bei den jungen Spielerinnen im Nachwuchsbereich, langfristig erhalten bleibt.
Was sind die wichtigsten Ziele für die kommenden Monate – sportlich wie auch in der Weiterentwicklung der Frauenabteilung des SC Cham?
LA: Für die kommenden Monate stehen sowohl sportliche als auch strukturelle Ziele im Fokus. Sportlich möchten wir weiterhin gute Platzierungen erreichen, gleichzeitig steht der Spass und die Freude am Fussball im Vordergrund. Ein starkes Miteinander, Teamgeist und die Förderung aller Spielerinnen – unabhängig von ihrem individuellen Niveau – sind dabei zentrale Leitlinien.
Strukturell liegt ein Schwerpunkt darauf, die beiden Aktivmannschaften zu erhalten und langfristig weiter zu stärken. Dabei ist es uns wichtig, die Teams künftig noch gezielter über eine gute Ausbildung in den Juniorinnenabteilungen zu speisen, sodass Mädchen von den Nachwuchsteams nahtlos den Sprung in den Aktivbereich schaffen können.
Insgesamt bleibt unser Vereinsleben geprägt von Begeisterung für den Fussball, sowohl auf als auch neben dem Platz. Freundschaft, Teamgeist und Freude am Spiel bilden die Basis für alles, was wir erreichen möchten, und sind gleichzeitig die wichtigsten Pfeiler für die Weiterentwicklung des Frauenfussballs beim SC Cham.
Vielen Dank, Lara, für deine Zeit und das Interview.