FC Baden vs SC Cham
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Mannschaftsaufstellung
FC Baden: Mazzeo; Romano, Monney, Isufi, Fazlic (89. Iodice); Holcbecher; Rodriguez (66. Kasongo), Morina (89. Kalt); Haile-Selassie, Zivkovic (72. Rhein), Brack (72. Lewis).
SC Cham: Zajac; Loosli, Bühler (64. Tschopp), Schuler, Zimmermann (46. Pasquarelli); Martin (64. Büeler), Bajric, Flühmann (64. Domoraud), Pauli (77. Capone); Kiendrebeogo, Marleku.
Bemerkungen: Cham ohne Lang, Lujic, Vögele, Niederhauser (alle verletzt). – Rot: Tschopp (absichtliches Handspiel). - Gelb: 49. Romano (Foul). 59. Morina. 66. Rodriguez (beide Reklamieren). 70. Schuler. 82. Rhein. 93. Lewis (alle Foul).
Befreiungsschlag verpasst: Cham macht in Baden zu wenig und verliert mit 0:1
Die Chamer schaffen es nicht aus der Abstiegszone der Promotion League – und kassieren schon wieder einen Platzverweis.
Raphael Biermayr & Michael Wehrle
Der Abstiegskampf in der Promotion League ist ungemein spannend. Neun Teams liegen innerhalb von neun Punkten. Die bestklassierte Mannschaft dieser Zittergruppe ist der SC Cham auf Platz 10. Er verpasste am Samstag in Baden nicht nur, sich abzusetzen, sondern stärkte gleichzeitig ein anderes Team aus dem Tabellenkeller.
Die 0:1-Niederlage war das Resultat einer ungenügenden Leistung in der Offensive und einer Übertölpelung in der Abwehr. Der frühere FCL-Profi Francisco Rodriguez setzte sich auf der rechten Seite leicht durch und passte zur Mitte auf Nenad Zivkovic, der traf. Der Chamer Innenverteidiger Mario Bühler hatte Rodriguez’ Dribbling falsch gelesen und war deshalb zu weit weg von seinem Gegenspieler, dem Torschützen.
Es war einer von nur zwei Höhepunkten in dieser Partie: In der Schlussphase parierte Cham-Goalie Patrick Zajac ganz stark gegen den eingewechselten Samuel Kasongo. Stichwort eingewechselt: In der 64. Spielminute kam aufseiten der Gäste Simon Tschopp in die Partie. Er hatte am Mittwoch beim 1:0-Erfolg gegen Luganos U21-Team keine Werbung in eigener Sache gemacht und sass nun folgerichtig auf der Bank.
Im nächsten Match wird Tschopp gar auf der Tribüne sitzen: Er sah in der 84. Minute die rote Karte, als er – augenscheinlich aus einer Reflexbewegung heraus – einen Konter mittels Handspiels unterband. Es war der zweite Platzverweis in Folge, nachdem Cedric Franek gegen die Tessiner zweimal gelb gesehen hatte und deshalb am Samstag gegen seinen Ex-Klub Baden fehlte.
Baden zahlte Cham Matchbälle
Die unglückliche Szene mit Simon Tschopp passte zu diesem Match, der nichts für Fussball-Ästheten war. Das interessierte die Badener herzlich wenig. Sie feierten den zweiten Sieg in Folge und versöhnten sich mit ihren Fans, die kürzlich während einer Partie aus Protest ihr Banner im Stadion entfernten.
Ein Teil dieser Fans hatte beim Auswärtsmatch in Biel randaliert. Deshalb waren am Mittwoch in Genf gegen Grand-Saconnex keine Auswärtsfans erlaubt. Geschätzte 20 reisten dennoch in den fernen Westen und unterstützten das Team ausserhalb der Sportanlage.
Auch der SC Cham hat schon negative Erfahrungen mit einem Teil des Badener Anhangs gemacht. Im Vorrundenmatch verunstaltete dieser eine Toilette und stand im Verdacht, in die Trinkflasche des Chamer Goalies Nico Stucki gepinkelt zu haben. Für die Toilettenreinigung kam die Versicherung auf, allerdings hatte der Klub einen Selbstbehalt zu tragen. Für diesen kam indirekt der FC Baden auf, indem er dem SC Cham zwei Matchbälle spendete.
Der Badener Trainer Genesio Colatrella, ehemaliger NLA-Spieler des SC Kriens und FCL-Nachwuchstrainer, befand: «Es war ein Sieg des Willens, nichts Brillantes.» Diesen Willen vermochten die Chamer nicht mehr aufzubringen. Anscheinend hatten die siegreichen Partien gegen die Nachwuchsteams von YB und Lugano in den sechs Tagen zuvor zu viel (mentale) Kraft gekostet.