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FC Basel 1893 U-21 vs SC Cham

Samstag, 25. Oktober 2025 15:30 Uhr | Sportanlagen St. Jakob, Basel
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Meisterschaft 25/26 250 Zuschauer | SR: Schelbli
Tore: 7. Eduardo 1:0. 62. Jordan 2:0. 89. Kanouté 3:0.

Mannschaftsaufstellung

FC Basel 1893 U-21: Hoch; Jordan, Akahomen (79. Schweizer), Van Breemen (46. Asiedu), Tröndle; Sow, Ajdin (60. Kuentz), Uruejoma; Senaya (60. Izunwanne), Eduardo (79. Kanouté), Gauto.

SC Cham: Stucki; Loosli, Niederhauser, Schuler (81. Haag), Pauli; Flühmann (69. Lüthi), Franek (69. Bieri), Bajric; Vögele (63. Ris), Pasquarelli, Fischer (69. Chef).

Bemerkungen: Cham ohne Lang, Gehrig, Bühler, Büeler, Lujic, Wyss, Wiskemann (alle verletzt), Zimmermann (2. Mannschaft).

Hat Chams Trainer zu viel verlangt?

Der Sportclub bleibt auswärts äusserst torarm und verliert die Promotion-League-Partie gegen das U21-Team des FC Basel mit 0:3.

Raphael Biermayr

Die Partie zwischen Basels U21-Team und dem SC Cham wirkte in der Anfangsphase wie ein Spiegelbild: Zwei Mannschaften, die von der taktischen Aufstellung her identisch ausgerichtet waren und mit drei Stürmern ein sehr hohes Pressing spielten. Das verlangt eine grosse Disziplin, denn jeder Fehler ergibt eine Überzahlsituation für den Gegner.

Die Chamer machten mehr davon und büssten schliesslich dafür. In der 6. Minute agierten sie im Pressing und in den Zweikämpfen zaghaft gegen die technisch starken Basler – schon führten diese mit 1:0. Kaio Eduardo, der im August sein (kurzes) Super-League-Debüt gegeben hatte, traf per Kopf. Chams Captain Fabio Niederhauser hatte ihn im Strafraum aus den Augen verloren. Niederhauser vergab wenig später nach einem Eckball – ebenfalls per Kopf – eine aussichtsreiche Torchance. Es war für lange Zeit die einzige der Gäste.

Sie machten es dem Gegner oft leicht: In der 37. Minute wurde Ajdin Bajric bei seinem sehr gemächlichen Aufbau von einem Gegenspieler überrascht und eröffnete Juan Carlos Gauto eine gute Möglichkeit.

Millionentransfer auf Basler Seite
Der 21-jährige Flügelstürmer war der auffälligste Spieler der Partie. Eigentlich hatten sie anderes vor mit ihm in Basel. Er kam im Sommer 2023 für rund 3,7 Millionen Franken aus Argentinien, vermochte sich bisher aber nicht durchzusetzen. 2024/25 war er an Deportivo La Coruña in der zweithöchsten spanischen Liga ausgeliehen, wo er aber bestenfalls Ergänzungsspieler war.

Nun harrt Gauto also in der Promotion League aus. Die Partie gegen Cham war erst seine zweite in der aktuellen Saison. Der Argentinier spielte sehr mannschaftsdienlich und bereitete nach dem ersten auch den zweiten Treffer vor. Bei einem fürchterlich verteidigten Eckball passte Gauto auf den am Strafraum völlig allein stehenden Verteidiger Jordan, der zum 2:0 einschoss (62.).

Zuvor waren die Chamer dem Ausgleichstreffer nahe gewesen, denn in der anderen Spielhälfte ereigneten sich nun deutlich mehr Fehler. Weil das in einer Szene ausnahmsweise auch das Schiedsrichtergespann betraf, wurde Cham in der gleichen Situation einmal davon bevorteilt und gleich darauf wohl benachteiligt: Ein Aufbaufehler der Basler führte zum Konter und zum Treffer durch Bajric – eine zweifelhafte Abseitsentscheidung vermieste die Freude darüber allerdings (53.).

Wenige Minuten zuvor hatte der Sportclub seine einzige schön herausgespielte Torchance verzeichnet: Nach mustergültigem Aufbau über Goalie Stucki, Loosli und Pasquarelli scheiterte Fischer mit seinem Abschluss, ehe Vögele den Nachschuss knapp danebensetzte. Auch nach dem 0:2 kämpften die Chamer, doch sie blieben glücklos. Anders Basel: Sie wechselten ihren Toptorschützen Mahamadou Kanouté erst spät ein – prompt traf er zum 3:0 (89.).

Hat Chams Trainer Pascal Nussbaumer mit der offensiven Ausrichtung zu viel von seinem Team verlangt? «Das denke ich nicht, wir wollen mutig spielen und hoch pressen», entgegnet er. Nussbaumer erkennt aber an, dass seine Mannschaft «in den ersten 20 Minuten kaum Zugriff auf die Partie hatte». Er streicht lieber die zweite Halbzeit hervor, in der sein Team zu Beginn das 1:1 verpasste. «Es braucht einfach sehr viel, dass auswärts einer reingeht», sagt er mit Blick auf eine bedenkliche Statistik: Der SC Cham hat nur drei seiner 26 Treffer auf fremden Plätzen erzielt. Umso mehr freue sich Nussbaumer auf das Heimspiel am nächsten Samstag. Dann ist das deutlich schwächer eingestufte Paradiso zu Gast.