FC Kreuzlingen vs SC Cham
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Mannschaftsaufstellung
FC Kreuzlingen: Fellmann; «Affentranger», Seeger, Matkovic; Boulachab (76. Ismaili), Marinovic, Rama-Bitterfeld (70. Nay), Leao (49. Ukaj); Karaki, Laidouci, Di Nucci (70. Anioke).
SC Cham: Zaugg; Haag, Bühler, Gehrig, Zimmermann; Bieri (61. Facal), Flühmann (66. Hegglin), Pasquarelli (83. Pauli), Bajric, Ribeiro (61. Vögele); Kamberi (66. Tia Chef).
Bemerkungen: Spielbeginn 15 Minuten später wegen Verzögerung bei Chams Anreise. Cham unter anderen ohne Wiskemann (verletzt). Pfostenschuss Anioke (82.).
Cham siegt trotz blasser Leistung
Drei Tage nach dem Cup-Erfolg gewinnen die Fussballer in Kreuzlingen in der Promotion League. Dabei brauchen sie auch Glück.
Raphael Biermayr
Manchmal hält der Spielplan neckische Zufälle bereit. Vor einem Jahr war der SC Cham nach dem Sieg gegen den FC Lugano voller Cup-Euphorie und fuhr wenige Tage später zum Meisterschaftsspiel nach Kreuzlingen. nach der ersten Cuprunde in Hochstimmung: Sie bezwangen am Sonntag den Challenge-League-Aufsteiger Kriens mit 2:0. Und auch diesmal hiess der nächste Gegner in der Meisterschaft Kreuzlingen.
Selbst das Resultat war dasselbe wie 2025: 2:1. Gestern allerdings nicht aus Sicht der Kreuzlinger, sondern aus jener der Chamer. Danach sah es allerdings lange nicht aus. Die beste Chamer Szene in der ersten Halbzeit war zunächst eine Abwehraktion: Jan Gehrig zeigte gegen Rama-Bitterfeld im Strafraum in extremis eine Rettungsgrätsche (8.), die stilsicherer war als so mancher Dribbelversuch seiner Teamkollegen in der Offensive.
Erst gegen Ende des ersten Durchgangs wurden die Chamer aktiver. Matteo Pasquarelli spielte herrlich auf den als Goalgetter verpflichteten Florian Kamberi. Doch dieser gönnte sich noch einen Haken zu viel und scheiterte an Goalie Fellmann. Nur Sekunden später jubelten die Chamer dennoch: Noah Flühmann stand ebenfalls unbedrängt vor Fellmann und traf zum 1:0. Ausgerechnet Flühmann, war man geneigt zu sagen. Denn der 25-Jährige hatte zuvor nicht gezeigt, warum er im Unterschied zum siegreichen Cupspiel gegen Kriens für Iwan Hegglin in die Startelf gerückt war. Flühmann verlor mehrere Bälle und Zweikämpfe, die zu Umschaltsituationen für die Kreuzlinger führten. Damit war er allerdings nicht allein.
Die Kreuzlinger – mit dem Ex-Cham-Goalie Robin Belser auf der Bank – waren offensiv allerdings ziemlich harmlos. Die erwähnte Chance von Rama-Bitterfeld war die gefährlichste Aktion vor der Pause. Dass sie wegen Gehrigs Intervention letztlich nicht einmal als Torschuss in die Statistik einging, sprach Bände.
Kurioserweise war auch der Ausgleichstreffer nur bedingt ein Torerfolg der Thurgauer: Nach einer Flanke an den Fünfmeterraum machte es den Anschein, als ob Chams Aussenverteidiger Sven Haag den Ball ins Tor gelenkt hätte (57.). Offizieller Torschütze war indes Kreuzlingens Reda Laidouci.
Per Traumtor zum Sieg
Wie schon in der ersten Halbzeit taten sich die Chamer schwer, offensive Akzente zu setzen. Mit dem Ball liessen sie die Dominanz vermissen. Doch dann waren sie erneut plötzlich da – und erst noch mit einem Traumtor: Jorge Castro traf nach einem Dribbling im Strafraum aus spitzem Winkel ins weite Lattenkreuz.
Danach spielten nur noch die Gastgeber. Dennoch blieb es beim 2:1-Sieg der Chamer. Der neu verpflichtete Goalie Jan-Peter Zaugg rettete bei seinem Pflichtspieldebüt gegen Laidouci (81.) und konnte sich wenig später beim Kopfball von Anioke auf den Pfosten verlassen.
Der Blick zurück in die Vergangenheit offenbart noch weitere kuriose Parallelen: Auch vor zehn und vor zwanzig Jahren fielen Cupmomente und der Ort Kreuzlingen im Spätsommer zusammen. 2006 gewann der Sportclub ein Cup-Qualifikationsspiel beim FC Kreuzlingen nach Penaltyschiessen. 2016 hingegen setzte es eine der peinlicheren Pleiten der jüngeren Vereinsgeschichte ab: 0:1 gegen die AS Calcio Kreuzlingen aus der 2. Liga regional.
Damals stand der heutige Trainer Pascal Nussbaumer für den Sportclub als Aussenverteidiger auf dem Platz. Nun reisten er und die Chamer mit einem deutlich besseren Gefühl nach Hause.
In der nächsten Partie am Samstag trifft der Sportclub auf den FC Grand-Saconnex (16 Uhr, Eizmoos). Die Genfer verloren gestern Abend das Spitzenspiel gegen Schaffhausen mit 1:4.