SC Brühl SG vs SC Cham
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Mannschaftsaufstellung
SC Brühl SG: Berisha; Wörnhard, Cavar, Capozzi, Kucani; Dorta (64. Bajrami), Holenstein, Neitzke (73. Prokopic), Bachmann (73. Di Nucci); Domoraud (73. Lovakovic), de Oliveira (81. Clément).
SC Cham: Bolzli; Lujic, Gomes, Niederhauser, Lossli; Flühmann (64. Petignat), Molliqaj (46. Pasquarelli), Balaj; Milicaj (46. Lang), Lekaj (46. Lugo), Siegrist (79. Röthlisberger).
Bemerkungen: Cham ohne Follonier, Wiss (beide abwesend), Mesonero, Costa und Miranda (alle verletzt). – 68. Lattenschuss Neitzke. – 80. Bolzli lenkt Schuss an die Latte. – Verwarnungen: 25. Kucani, 44. Bachmann, 83. Holenstein, 86. Gomes.
Der SC Cham kassiert eine Ohrfeige: Der Captain findet deutliche Worte für die enttäuschende Leistung
Bei der 1:4-Niederlage gegen den zuvor formschwachen SC Brühl gab der Auftritt der Ennetseer am eigenen wie am gegnerischen Strafraum Rätsel auf.
von Raphael Biermayr - aus Brühl, St. Gallen
Besser konnten die Voraussetzungen kaum sein für den SC Cham, eine Negativserie endlich zu beenden. In sieben Anläufen in der Promotion League hatte er es nicht geschafft, im Paul-Grüninger-Stadion in St. Gallen gegen Brühl zu gewinnen. Am Mittwochabend stand der achte Auftritt an. Cham reiste nach drei Siegen in Folge mit grossem Selbstvertrauen zu einem Gegner, der die letzten vier Meisterschaftsspiele verloren hatte.
Tabellenletzte waren die Brühler nur deshalb nicht, weil sie nachträglich zu einem 3:0-Forfaitsieg gegen den FC Rapperswil-Jona kamen. Dieser hatte beim 2:0-Erfolg in jener Partie einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt. Die drei Tore dieses geschenkten Erfolgs abgezogen, hatte Brühl in sieben Matches nur gerade sieben Mal getroffen. Oder anders ausgedrückt: Chams Goalgetter Luiyi Lugo allein war mit acht Treffern erfolgreicher als alle Ostschweizer zusammen.
Doch das Team von Trainer Roland Schwegler konnte die gute Ausgangslage nicht nutzen und verlor gleich mit 1:4. Nach einer enttäuschenden Leistung in der ersten Halbzeit lagen die Gäste mit 0:2 in Rückstand. Brühls Captain Claudio Holenstein krönte eine Druckphase mit einem perfekten Schuss aus 18 Metern (9. Spielminute). Und sein Teamkollege André Neitzke traf per Dropkick von noch weiter entfernt (41.). Die offensiv ausgerichteten Chamer erspielten sich hingegen keine einzige Tormöglichkeit. Vor allem aber verloren sie fast jeden wichtigen Zweikampf.
Wenigstens stimmte nun der Einsatz
Immerhin änderte sich ihr Auftritt in der zweiten Halbzeit. Die Gäste – erst jetzt mit Lugo auf dem Platz – traten deutlich gewillter auf. Doch das Tor zum 3:0 von Felipe Dorta machte ihre Hoffnung auf Zählbares zunichte (60.). Dass ausgerechnet der frühere Chamer Stürmer Sofian Domoraud noch zum 4:0 traf, passte zum Abend der Gäste: Es war einer zum Vergessen. Daran änderte auch das 1:4 durch den eingewechselten Matteo Pasquarelli in der Nachspielzeit nichts.
Fabio Niederhauser, Captain und Urgestein des Chamer Teams, sprach freimütig von einem «schlechten Match». Dass sein Team, das in den drei Matches zuvor zwölf Tore erzielt hatte, diesmal kaum zu Strafraumaktionen kam, wertete er weniger stark als die mangelhafte Abwehrarbeit. «Wir müssen hinten wieder besser stehen.» Der Innenverteidiger nahm sich dabei nicht aus: «Wir hatten in der Defensive keinen Zugriff auf das Spiel und es wohl deshalb verloren.»
Nun gelte es, die Lehren daraus hinsichtlich des Matchs in Biel vom Samstag (19 Uhr, Tissot Arena) zu ziehen.