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SC Cham vs FC Sion

Samstag, 17. Oktober 2026 17:00 Uhr | Stadion Eizmoos, Cham
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Cup 26/27 2159 Zuschauer | SR: Piccolo
Tore: 48. Chipperfield 0:1. 93. Kololli 0:2

Mannschaftsaufstellung

SC Cham: Heller; Heuberger (64. Bieri), Bühler, Niederhauser, Gehrig; Hegglin, Facal (64. Vögele), Bajric (86. Flühmann), Haag (73. Lang); Pasquarelli (73. Tia Chef), Wiskemann.

FC Sion: Racioppi; Lavanchy, Hajrizi (46. Chipperfield), Kronig, Hefti; Kabacalman, Sow, Berdayes; Chouaref, Nivokazi (85. Surdez), Lukembila (70. Kololli).

Bemerkungen: Cham ohne Kamberi, Wyss und Cornacchini (alle verletzt). Sion ohne Rrudhani und Costa (beide verletzt). 45. (+3) Lattenschuss Facal. 64. Tor von Pasquarelli wegen Abseits aberkannt. 69. Nivokazi verschiesst Foulpenalty. Verwarnungen: 31. Facal (Foul), 58. Berdayes (Ballwegschlagen), 62. Nivokazi (Spielverzögerung), 68. Niederhauser (Foul).

Cham scheidet aus – und darf richtig stolz sein

Der SC Cham verliert im Cup gegen den FC Sion mit 0:2. Die Zuger leisten dem Cup-Titanen aus dem Wallis bis zuletzt harten Widerstand.

Turi Bucher

So hatte sich das Christian Constantin, der Präsident der Sittener auf der Eizmoos-Tribüne, sicher nicht vorgestellt: Sein FC Sion, der Schweizer Cup-Verein schlechthin, musste sich bis in die Nachspielzeit gedulden, bis der Sieg und der Einzug in die Achtelfinals definitiv gesichert war.

Die Sion-Equipe von Trainer Didier Tholot war gewarnt: Cham hatte im Sommer 2025 Lugano mit einem 3:2-Tor in der Nachspielzeit aus dem Cup geworfen. Auch in diesem Sommer sorgten die Chamer wieder für eine Cup-Überraschung: Die Zuger eliminierten mit dem SC Kriens (Challenge League) erneut einen Oberklassigen (2:0). Sion seinerseits bezwang in der 1. Hauptrunde des aktuellen Cups den Zweitligisten FC Kerzers mit 6:1.

Cham musste gegen Sion ohne seinen an der Achillessehne verletzten albanischen Star-Stürmer Florian Kamberi (GC, Karlsruher SC, Glasgow Rangers, St. Gallen) antreten. Das hielt die Chamer Fankurve nicht davon ab, fest an die Cup-Sensation zu glauben. Vor dem Anpfiff wurde ein Miraculix-Transparent hochgezogen: «Es braut sich öpis zäme!» Und dann folgten plötzlich Asterix und Obelix auf den regendurchnässten Tüchern: «Attacke!»

Chamer Lattenschuss durch Facal
Tja, das mit der Attacke, so einfach war's dann doch nicht für das kleine, tapfere gallische Dorf, pardon, für den unterklassigen, tapferen SC Cham. Denn das Spiel verlagerte sich in der Startphase ziemlich schnell in die Platzhälfte des Heimteams, des Aussenseiters. Favorit Sion, mit 13 Cupsiegen im Gepäck, brachte allerdings erstaunlich wenig Vernünftiges, wenig Gefährliches zustande. Sion umzingelte das gallische Dorf beziehungsweise den Chamer Strafraum zwar, rieb sich aber an diesem Mal um Mal auf.

Das Chamer Team von Trainer Pascal Nussbaumer tat das, was es schon beim Cupsieg gegen Kriens getan hatte, nämlich dem Gegner mit seinem physischen, körperbetonten Spiel den Schneid abzukaufen, abzukämpfen. Und prompt hatte die Eizmoos-Mannschaft in der 26. Minute nach einem Eckball die erste grosse Torchance der Partie. Plötzlich war die Überlegenheit der Walliser keine mehr, kippte das Momentum auf die Seite der Chamer.

Sions Mittelstürmer Rilind Nivokazi versuchte es zwar mit einem Kopfball und einem Flachschuss – doch der SC Cham verbarrikadierte seinen Strafraum zumeist zuverlässig. Und konterte frech: Marin Wiskeman versuchte es in der 36. Minute mit einem Aussenristschlenzer. In der 40. Minute musste Sion-Torhüter Anthony Racioppi den 25-m-Hammer von Jorge Facal mit einer improvisierten Armabwehr in Corner lenken.

Es wäre beinahe noch viel besser gekommen für das Heimteam: Facal drosch den Ball in der Nachspielzeit mit einer Direktabnahme in Richtung Sion-Tor, der Ball landete auf der Latte. Doch: 0:0 beim Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Luca Piccolo - mit diesem Resultat durften die Chamer zufrieden in die Pause gehen.

Einige Sekunden der Unachtsamkeit nach der Pause, und dieses 0:0 war weg: Der eingewechselte Liam Chipperfield konnte in der 48. Minute aus 22 Metern abdrücken – 1:0 für den FC Sion. Als der Kosovare Nivokazi in der 68. Minute im Cham-Strafraum zu Boden gerissen wurde, hätte Sion via Foulpenalty auf 2:0 erhöhen können. Nivokazi setzte den Ball aber neben das Tor. Cham konnte jetzt nur noch selten für Hektik in der Sion-Platzhälfte sorgen, brachte den Cup-Titanen nicht mehr in grosse Bedrängnis. Aber es blieb bis in die Nachspielzeit beim knappen Rückstand. Erst als Benjamin Kololli (in der 70. Minute eingewechselt) auf 2:0 erhöhte, war Sion in der 93. Minute erlöst. Bei den Gästen sass Neo-Nati-Stürmer Winsley Boteli übrigens nur auf der Bank.

«Cham war hochmotiviert, das bekamen wir zu spüren», sagte Sions 1:0-Torschütze Chipperfield nach Spielschluss. «Es war sicher nicht unser bestes Spiel, aber wir sind eine Runde weiter, und das ist es, was im Cup zählt.»

Cham-Trainer Pascal Nussbaumer bilanzierte: «Wir waren mutig und dürfen trotz Niederlage stolz sein. Chipperfield hatte mit seinem Schuss das Glück, das unserem Jorge Facal fehlte. Der Glücklichere hat gewonnen.» Facal meinte: «Wir konnten den Ausgang des Spiels lange offen halten. Wir haben eine sehr gute Leistung gezeigt und alles probiert.» Captain Fabio Niederhauser sagte: «Es wäre mehr möglich gewesen. Der Stolz wird noch kommen, aber kurz nach Spielschluss überwiegt die Enttäuschung.»

Ja: Beim SC Cham dürfen sie stolz sein, sie sind erhobenen Hauptes ausgeschieden.