SC Cham vs AC Bellinzona
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Mannschaftsaufstellung
SC Cham: Heller; Haag, Bühler, Niederhauser, Pauli; Bajric; Hegglin, Pasquarelli (81. Flühmann); Facal (65. Lang); Vögele (64. Bieri), Kamberi (82. Cornacchini).
AC Bellinzona: Pelloni; Mihajlovic, Gecaj, Paolini, Canzian; Shehu; Esposito (84. Novaresi), Centinaro, Giger, Aymon (73. Vukasinovic); Shkodriqi (73. Ndiaye).
Bemerkungen: 6. Hegglin Lattenschuss. Cham ohne Tia Chef (gesperrt), Ribeiro, Zimmermann, Wiskemann, Wyss (alle verletzt), Mekonen, Andersen (2. Mannschaft).
Starker Beginn, enttäuschendes Ende
Die Chamer Fussballer spielen gegen ein keckes Bellinzona 1:1 in der Promotion League. Die Gastgeber überzeugen nur während der ersten halben Stunde und finden selbstkritische Worte.
Michael Wyss
«Ich bin enttäuscht. Wir wollten dieses Spiel gewinnen», sagte Chams Mittelfeldspieler Ajdin Bajric nach dem 1:1 gegen Bellinzona. Sein Frust war verständlich, denn das Promotion-League-Team von Trainer Pascal Nussbaumer war zu Beginn der Partie klar die bessere Mannschaft.
Nach vier Minuten verpasste Laurin Vögele eine Hereingabe von Yannick Pauli. Nur Sekunden später zimmerte Iwan Hegglin aus rund 30 Metern das runde Leder an die Lattenunterkante. In dieser Szene hatten die Tessiner, die als Tabellenschlusslicht auf dem Eizmoos gastierten, viel Glück.
Chams Druckphase ging weiter. Einen schönen Angriff konnten Bajric und Sven Haag im Zusammenspiel nicht erfolgreich abschliessen, nur Sekunden später versprang Florian Kamberi das Spielgerät im Strafraum. Dann wurden die Platzherren für ihren Aufwand doch noch belohnt. Vögele köpfte nach einer halben Stunde einen Eckball von Pauli zur 1:0-Führung ins Tor. Auch in der Folge waren die Chamer am Drücker, scheiterten aber bei ihren offensiven Bemühungen. Ein 2:0 oder 3:0 wäre möglich gewesen.
Der Ausgleich aus dem Nichts
Bitter war der Moment, der zum Ausgleich führte. Nach einem unnötigen Ballverlust in der Defensive konterten die Südschweizer und erzielten in der 35. Minute das 1:1 – völlig entgegen dem bisherigen Spielverlauf. Yohan Aymon liess Chams Schlussmann Diego Heller keine Abwehrchance. Dieser Ausgleich hatte in der Schlussphase der ersten Halbzeit Auswirkungen auf das Chamer Spiel. Der Spielfluss war ins Stocken geraten, die offensiven Aktionen endeten meist vor dem Strafraum. Auch nach dem Seitenwechsel wirkte vieles pomadig. Die schnörkellosen Angriffe über die Flügel, die zu Beginn der Partie noch zu gefährlichen Szenen geführt hatten, besassen nur noch Seltenheitswert.
Gute Chancen waren an einer Hand abzuzählen. Mario Bühler (67.) verpasste eine Flanke, Kamberi (73.) hatte mit einem Kopfball die Möglichkeit, sein Team in Führung zu schiessen. Immer aufpassen mussten die Chamer, die sich mit diesem Punktgewinn nicht zufriedengaben, auf die Konterangriffe der Südschweizer. So kam Lamine Ndiaye (79.) zu einer guten Abschlussmöglichkeit, er schlenzte das Spielgerät aus sehr guter Position aber klar neben das Gehäuse. Letztlich blieb es beim Unentschieden.
Heller: «Wir haben gegen eine gute Tessinermannschaft heute gespielt, die viel Qualität hat. Wir hatten unsere beste Phase in den ersten dreissig Minuten.»
Hartnäckige Tessiner
Gemischte Gefühle plagten Nussbaumer nach dem Spiel: «Wir begannen gut, hätten höher führen müssen. Nach dem 1:1, das uns etwas aus dem Tritt brachte, vermisste ich die letzte Konsequenz. Der entscheidende Schritt zum Tor fehlte.» Nussbaumer atmet etwas durch und betont: «Man darf nicht vergessen, da stand auch noch ein Gegner auf dem Platz. Eine gute Equipe, die noch einigen Teams das Leben schwer machen wird. Wir haben gekämpft, ich kann dem Team keinen Vorwurf machen.»
Bellinzona, das im Mai aus der Challenge League abstieg, war ein hartnäckiger Gegner. Die Tessiner durften kurz vor Saisonbeginn wegen einer von der Fifa verhängten Transfersperre keine neuen Spieler registrieren. Hintergrund waren noch nicht abgeschlossene administrative und finanzielle Abklärungen im internationalen Transfersystem. Anfang August konnte Bellinzona den Kader schliesslich verstärken. Nach vier Niederlagen holten die Tessiner in Cham ihren ersten Meisterschaftspunkt. Das Team beginnt sich nun aber zu formen und wird stärker.
Weiter geht es für Cham, das mit zehn Punkten stark in die Saison gestartet ist, mit einem weiteren Heimspiel – dem fünften in den ersten sechs Runden: Am kommenden Samstag ist der Nachwuchs des FC Zürich zu Gast (16 Uhr, Eizmoos). Es gilt in diesem Duell, an die ersten dreissig Minuten aus der Partie gegen Bellinzona anzuknüpfen. Dann liegen auch wieder drei Punkte drin.