SC Cham vs FC Grand-Saconnex
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Mannschaftsaufstellung
SC Cham: Zajac; Tschopp, Niederhauser, Schuler, Pauli; Martin (57. Büeler), Franek, Flühmann (57. Domoraud), Kiendrebeogo; Vögele, Marleku (68. Pasquarelli).
FC Grand-Saconnex: Pinheiro; Borges, Passi, Adeagbo, Perracino; Avdic (89. Hajoubi), Goncalves (70. Opoku Mensah), Baddy Dega (64. Kisisa); Sqhaier (70. Kali), Rahimi, Regillo (64. Pédat).
Bemerkungen: Cham ohne Lang, Lujic, Giordano (alle verletzt), Bajric (gesperrt) und Capone (nicht aufgeboten) – Lattenschüsse Regillo (28.), Avdic (61.) - Verwarnungen: 12. Baddy Dega (Unsportli.), 35. Tschopp, 58. Franek (beide Foul).
Drittes Remis im dritten Spiel von Cham
Am Rande der gestrigen Promotion-League-Partie gegen Grand-Saconnex (1:1) ist die Zukunft von Roland Schwegler ein Thema.
Raphael Biermayr
Auf dem Weg zur Chamer Fussballanlage Eizmoos spriessen Primeln, bis zum meteorologischen Frühlingsbeginn ist es nicht mehr weit. Frühlingszeit ist Trainer-Vertragsverlängerungszeit im SC Cham. Die Medienmitteilungen der letzten Jahre gleichen sich, im Prinzip musste Sportchef Marcel Werder nur die Daten anpassen. Denn Roland Schwegler vom Promotion-League-Team steht seit 2019 an der Seitenlinie, Pascal Nussbaumer von der Mannschaft in der 2. Liga interregional sogar schon seit 2017.
Hat Werder die aktuelle Mitteilung bereits in petto? «Nein. Wir befinden uns gegenwärtig in einer anderen sportlichen Situation, beide Teams sind in den Abstiegskampf verwickelt. Der Fokus der Trainer soll momentan ganz darauf liegen. Wir werden uns in den nächsten Wochen mit der Zukunft befassen», sagte er im Vorfeld des Nachtragsspiels der Chamer gegen Grand-Saconnex gestern Abend.
Remis gegen starken Gegner
Dieses endete mit dem dritten Unentschieden im dritten Match dieses Jahr. Cedric Franek köpfelte in der 67. Minute einen Eckball des auffälligen Seydou Kiendrebeogo ein. Er krönte damit seine starke Leistung, hatte er doch in der ersten Halbzeit viele Löcher im Mittelfeld gestopft und so die überlegenen Genfer entnervt. Diese kamen dem Führungstreffer durch einen Lattenschuss Regillos dennoch sehr nah (28. Spielminute). In der zweiten Halbzeit waren die Chamer zunächst stärker. Doch die Gäste erzielte nach einem Freistoss den verdienten Ausgleichstreffer. In der wilden Schlussphase vergaben beide Teams mehrere Möglichkeiten auf den Siegtreffer. Die Chamer bleiben auf Tabellenplatz 13. Der Vorsprung auf die Abstiegszone beträgt fünf Zähler.
Roland Schwegler sah eine gute Leistung seines Teams. Dies angesichts des stark besetzten Genfer, der in den beiden vorangegangenen Matches sechs Punkte geholt und neun Tore erzielt hatte. Wie sieht er seine Zukunft? Er warte auf ein Zeichen des Vereins für Gespräche, sagt der 43-Jährige und ergänzt: «Von meiner Seite ist das Interesse da, im SC Cham weiterzumachen.» Der Umstand, dass er wegen der vielen Wechsel fast jede Saison mit einer neuen Mannschaft zu arbeiten hat, motiviere ihn nach wie vor: «Abwechslung tut gut, so kommt keine Routine auf, das mag ich», sagt er und ergänzt lachend: «Nur Fabio Niederhauser muss mich seit sechs Jahren ertragen.»
Die Herausforderung, immer wieder neue Aufstellungen zu kreieren, gilt insbesondere für diese Saison. Das Verletzungspech ist enorm, vor allem in der Offensive. So konnte auch der jüngste Neuzugang Mathis Giordano gegen Grand-Saconnex nicht spielen: Oberschenkelverhärtung. «Wenn ich sehe, wie viel wir aus unseren Möglichkeiten herausholen in einer Liga, in der viele Teams Profi- oder Halbprofistatus haben, macht mich das stolz», sagt Roland Schwegler. Dennoch weiss er, dass das keine selbstverständliche Vertragsverlängerung zur Folge hat. «Ich verstehe, wenn der Klub zuerst die Resultate der nächsten Wochen abwarten will – ich weiss ja, wie das Geschäft läuft», sagt der ehemalige Profispieler.
Ein möglicher Nachfolger findet sich im Klub
Schweglers potenzieller Nachfolger findet sich im eigenen Verein: Pascal Nussbaumer, 39, steht kurz vor dem Abschluss des A-Trainerdiploms. Damit kann er ein Promotion-League-Team leiten. «Es ist kein Geheimnis, dass ich in naher Zukunft den nächsten Schritt machen möchte, aber es liegt nicht in meiner Entscheidung. Bis dahin werde ich weiterhin gute Arbeit leisten», sagt Nussbaumer. Das heisst wohl so viel wie: Er wartet auf Angebote, ein höherklassiges Team zu übernehmen; entweder die erste Mannschaft in Cham oder in einem anderen Klub. Nach einer Präferenz gefragt, antwortet er: «Klar fühle ich mich im Eizmoos wohl und der Verein ist mir ans Herz gewachsen. Aber Stand heute zählt nur meine Mannschaft, und alles andere kann und werde ich nicht beeinflussen können.» Momentan zähle, dass die zweite und erste Chamer Mannschaft baldmöglichst Punkte einfahren und eine erfolgreiche Rückrunde spielen. Nussbaumers Team liegt nach der Vorrunde auf Platz 9 der 2. Liga interregional, vier Punkte vom ersten Abstiegsplatz entfernt. Ab dem 16. März geht es um den Klassenverbleib.
Für das Fanionteam geht die Meisterschaft bereits kommenden Samstag gegen das fünftplatzierte U21-Team des FC Basel weiter (16 Uhr, Eizmoos). Was die Trainerfrage anbelangt, steht immer fest: Roland Schwegler wird die Mannschaft auch in dieser Partie betreuen.