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SC Cham vs FC Lugano

Sonntag, 17. August 2025 14:30 Uhr | Stadion Eizmoos, Cham
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Cup 25/26 2056 Zuschauer | SR: Wolfensberger
Tore: 6. Dos Santos 0:1. 40. Chef 1:1. 49. Vögele 2:1. 90. Grgic 2:2 (Penalty). 93. Ris 3:2

Mannschaftsaufstellung

SC Cham: Stucki; Niederhauser, Bühler, Gehrig (72. Schuler), Pauli; Flühmann (76. Ris), Bajric, Franek, Chef (70. Bieri); Vögele (70. Pasquarelli), Wiskemann (76. Büeler).

FC Lugano: Saipi; Doumbia, Mai, El Wafi (57. Brault), Costa (34. Alioski); Bislimi (Mahmoud), Grgic, Dos Santos (68. Duville); Steffen, Koutsias, Mahou (57. Pihlström).

Bemerkungen: Cham ohne Zimmermann, Lang (beide verletzt), Haag und Wyss (überzahlig)

«Ich danke Gott»: Grosse Emotionen nach der riesigen Cup-Überraschung des SC Cham

Der Promotion-League-Klub wirft den FC Lugano dank eines 3:2-Siegs aus dem Cup – in der nächsten Runde ist Cham nun Favorit.

Michael Wyss

«Ich danke Gott und widme dieses Tor einer speziellen Person», sagte Joël Ris. Der Chamer Neuzugang von Promotion-League-Kontrahent Kriens sorgte in der 93. Minute mit dem 3:2-Siegestreffer für die ganz grosse Überraschung: Der Sportclub eliminierte den FC Lugano aus der Super League. Dieser Coup war den Ennetseern zuvor schon einmal gelungen. Vor dreizehn Jahren gewann der damalige Erstligist gegen Servette mit 2:1.

Damals stand Pascal Nussbaumer bei Cham als Spieler auf dem Platz – nun gegen Lugano als Trainer daneben. Der 40-Jährige war sichtlich bewegt und erleichtert. Er sagte: «Für viele meiner Spieler ist es ein grosses Erlebnis. Ich sagte ihnen vor dem Match, dass sie heute Geschichte schreiben können.»

Bei Nussbaumer kamen Erinnerungen an den Erfolg im Herbst 2012 auf. «Das war ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde. Nun haben wir ein neues Kapitel geschrieben. Ich bin stolz auf diese Truppe, wie sie mental in die Partie zurückgekommen ist nach dem frühen Rückstand – Chapeau!» Als fairer Verlierer zeigte sich Luganos Trainer Mattia Croci-Torti, der Nussbaumer nach dem Spiel auf die Schultern klopfte, ihm die Hand schüttelte und sagte: «Gratuliere, ihr habt verdient gewonnen.»

Früher Rückstand schockte Cham nicht
Lugano, das sich nach dem schlechten Saisonstart durch Siege in der Meisterschaft gegen Basel (3:1) und in der Conference-League-Qualifikation bei NK Celje (4:2) zuletzt stabiler präsentierte, war auf dem Eizmoos zu Beginn die spielbestimmende Mannschaft. In der 6. Minute brachte Daniel Dos Santos die Gäste in Führung.

Doch die Gastgeber zeigten sich nicht geschockt. Die Tessiner hatten zwar weiterhin mehr Ballbesitz, doch Cham hatte mit Eric Tia Chef – er war aus Rapperswil-Jona gekommen – einen stetigen Gefahrenherd in der Offensive. In der 40. Minute sorgte der physisch starke Aussenspieler mittels Kopfballs für den nun verdienten 1:1-Ausgleich.

Kein Ligaunterschied auszumachen
Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Chamer weiterhin unerschrocken und spielten auf Augenhöhe mit dem Profiteam. Phasenweise hatten sie mehr vom Spiel. In der 50. Minute erwischte Laurin Vögele mit einem Flachschuss Goalie Amir Saipi zum 2:1. Das von über 2000 Zuschauerinnen und Zuschauern besuchte Eizmoos verwandelte sich in einen Hexenkessel – die rund 250 mitgereisten Lugano-Fans waren verstummt.

Die Tessiner wankten, schafften aber durch einen Penaltytreffer von Anto Grgic den schmeichelhaften Ausgleichstreffer in der ersten Minute der Nachspielzeit. Dieser Nackenschlag brachte Cham nicht aus dem Konzept – im Gegenteil. Zwei Minuten später schlug Yannick Pauli einen Freistoss in den Strafraum, wo Captain Fabio Niederhauser den Ball auf Joël Ris köpfelte, der aus spitzem Winkel sensationell zum Sieg traf. Wem er sein Tor widmete, behielt er übrigens für sich.

Cham schockte Lugano vor den Augen des neuen SFV-Präsidenten Peter Knäbel und des IFV-Präsidenten Markus Berwert. Der Chamer Vereinspräsident Rolf Tresch suchte derweil nach Worten: «Unglaublich, ich weiss nicht, was ich sagen soll – dieses Team hat mich beeindruckt», brachte er schliesslich heraus.

Übrigens: Wer vor dem Spiel auf einen Chamer Sieg nach 90 Minuten getippt hatte, verzwölffachte seinen Einsatz. In der nächsten Runde dürfte die Quote zu ihren Gunsten ausfallen – in einem Monat geht es gegen den FC Altstätten aus der 2. Liga interregional.