SC Cham vs FC Paradiso
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Mannschaftsaufstellung
SC Cham: Heller; Haag (76. Bieri), Bühler, Gehrig, Zimmermann; Hegglin, Flühmann (57. Bajric); Vögele (57. Facal), Pasquarelli, Pauli (57. Ribeiro); Kamberi (69. Tia Chef).
FC Paradiso: Pala; Plisko, Miranda. Akdemir, Benacquista; Schelotto, Quattara, Xhemaili; De Jesus, Babic, Rasic (59. Mateucci).
Bemerkungen: 6. Heller hält Foulpenalty von Schelotto. 82. Rote Karte Tia Chef (Tätlichkeit). Cham ohne Wiskemann und Wyss (beide verletzut), Niederhauser (abwesend), Lang (im Aufbau), Mekonen, Andersen (2. MS)
Frust und Rot in Cham
Die Fussballer zeigen bei der 0:2-Niederlage gegen Paradiso eine schwache Leistung.
Martin Mühlebach
Der Chamer Cheftrainer Pascal Nussbaumer sagte nach dem Schlusspfiff enttäuscht: «Wir machten nicht, was wir uns vorgenommen hatten. Es machte den Anschein, als seien wir nach dem Startsieg vor Wochenfrist gegen Breitenrain bereits zufrieden gewesen. Paradiso brachte den grösseren Siegeswillen auf den Platz als wir.»
Das Thermometer zeigte 30 Grad Celsius im Schatten an, als Cham und Paradiso die Promotion-League-Partie in Angriff nahmen. Nur sechs Minuten später zeigte Schiedsrichter Arber Smajli im Chamer Strafraum auf den Elfmeterpunkt, weil Torhüter Diego Heller einen Tessiner am Pfosten von den Beinen geholt hatte. Die in den ersten Minuten tonangebenden Tessiner staunten, als Heller den von Ezequiel Schelotto abgefeuerten Schuss hielt.
Und die Chamer? War die Tat ihres Goalies ein Weckruf? Keineswegs – es waren die Tessiner, die noch entschlossener agierten. Trainer Pascal Nussbaumer nutzte die in der 23. Minute angeordnete Trinkpause, um Korrekturen vorzunehmen. Kurz darauf flog tatsächlich ein Distanzschuss von Noah Flühmann aufs Tessiner Tor, der zu einer Ecke abgelenkt wurde.
Dass Cham mit einem torlosen 0:0 die Halbzeitpause antreten konnte, war dem Penaltykiller Heller und Abwehrchef Mario Bühler – dem besten Chamer an diesem Nachmittag – zu verdanken. Bühler rettete in der 40. Minute gegen den allein auf ihn zustürmenden Aleksandar Babic in extremis.
In der 60. Minute herrschte im Chamer Strafraum ein unübersichtliches Durcheinander. Babic reagierte am schnellsten und schoss Paradiso mit 1:0 in Front. In der 68. Minute nutzte Pascal Nussbaumer die Trinkpause, um taktische Änderungen vorzunehmen. So ersetzte er beispielsweise Mittelstürmer Florian Kamberi durch den wirbligen Eric Tia Chef, der in der Vorwoche der Matchwinner beim Auftaktaktsieg gegen Breitenrain gewesen war.
Kamberi, der nie wie gewünscht auf Touren gekommen war, bemerkte nach dem Abpfiff: «Es war ein Kampfspiel bei hohen Temperaturen auf einem stumpfen Platz. Mir ist unverständlich, dass der Rasen vor dem Spiel nicht gewässert wurde», sagte der ehemalige Profi in Schottland, bei St. Gallen und GC.
Weiter betonte er: «Ich war abgeschottet. Um zur Geltung zu kommen, brauche ich mehrere Teamkollegen um mich herum.» Das konnte man als Kritik am Chamer Mittelfeld verstehen, das konsequenter und schneller nachrücken sollte.
Tätlichkeit von Eric Tia Chef
Als Diego Heller, zu weit vor seinem Tor stehend, von Babic überlobt wurde und Paradiso mit 2:0 in Führung ging, war das Spiel entschieden (78.). Zu allem Überfluss wurde Eric Tia Chef in der 82. Minute wegen einer Tätlichkeit vom Platz gestellt. Nach einem Foulpfiff gegen ihn trat er seinen zu Boden gegangenen Gegenspieler, und das vor den Augen des Schiedsrichterassistenten.
Das passte zu diesem verkorksten Nachmittag. Diese Niederlage gegen Paradiso könnte für die Chamer ein lehrreicher Schuss vor den Bug sein. Sie hat ihnen aufgezeigt, dass sie in jedem Spiel an ihre Grenzen gehen müssen, um gewinnen zu können.