SC Cham vs FC Rapperswil-Jona
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Mannschaftsaufstellung
SC Cham: Zajak; Tschopp, Bühler (46. Bajric), Schuler, Lujic; Loosli, Flühmann (84. Büeler), Franek, Giordano (64. Martin); Pasquarelli; Marleku.
FC Rapperswil-Jona: Omerovic; Ambassa, Padula (75. Hasani), Ajeti, Iapichino; Saliji (87. Samba), Schmidt (79. Wiskemann), Charveys, Volkart; Marchand (75. Yesilcayir), Kamberi (87. Boum Bitjel)
Bemerkungen: 67. Rote Karte Marleku. Cham ohne Lang, Zimmermann, Vögele, Niederhauser, Pauli (alle verletzt). Capone und Kiendrebeogo (beide gesperrt).
Cham unterliegt St. Gallern im Eizmoos
Cham verliert die Promotion-League-Partie gegen den Leader Rapperswil-Jona vor beachtlicher Kulisse 0:2. Die individuelle Klasse macht den Unterschied.
Martin Mühlebach
Nahezu 900 Personen waren am Samstag ins Chamer Eizmoos gekommen, um sich das Spiel gegen den Leader Rapperswil-Jona anzuschauen. Unter ihnen befand sich auch Xherdan Shaqiri, der derzeit wohl beste Fussballer der Schweiz. Vor dem Anpfiff ehrten Teammanager Walter Riedweg und Sportchef Marcel Werder das Trainerduo Roland Schwegler/Emilio Gesteiro, das die 1. Mannschaft des SC Cham erfolgreich trainiert hat. Ebenfalls verabschiedet wurde Torhütertrainer Marco Egli, der nach zweijähriger Tätigkeit weiterzieht.
Nach dem Anpfiff war schnell zu erahnen, dass die Platzherren wohl das Glück des Tüchtigen in Anspruch nehmen müsste, um dem Leader Punkte abknöpfen zu können. Rapperswil, das praktisch auf jeder Position besser besetzt war, überzeugte mit einem technisch nahezu perfekten Spielaufbau, mit einem schnellen Umschaltspiel, mit überraschenden Spielverlagerungen und vertikalen Pässen in die Tiefe. In der 12. Minute geriet Cham bereits 0:1 in Rückstand.
Rapperswil gelangte nach einem haarsträubenden Fehlzuspiel von Mario Bühler ins zentrale Mittelfeld in Ballbesitz. Florian Kamberi wurde mit einem Steilpass auf die Reise geschickt. Bühler versuchte, seinen Fehler wieder gutzumachen. Doch Kamberi liess ihn einfach stehen und schloss eiskalt ab. Roland Schwegler sagte hinterher: «Wir haben die 1. Halbzeit total verschlafen.» Die oftmals etwas überheblich wirkenden Rapperswiler schalteten in der Folge einen Gang zurück.
Verhängnisvoller Platzverweis
Cham kann nach der Halbzeitpause voller Elan auf den Platz zurück. Es war vor allem der für Mario Bühler eingewechselte Ajdin Bajric, der viel Zug ins Chamer Team brachte. Die Gastgeber waren nun sichtlich bemüht, den Ausgleich zu erzielen. Sie hatten mehr Ballbesitz als der Gegner und auch mehr Torchancen. Aber ihnen fehlte ein treffsicherer Knipser. Noah Flühmann, Matteo Pasqurelli und Mathis Giordano vergaben den auf dem Silbertablett servierten Ausgleich.
Und dann waren die Chamer plötzlich nur noch zu zehnt: Schiedsrichter Julian Müller schickte in der 70. Minute Mittelstürmer Mark Marleku nach einem unspektakulär aussehenden Zweikampf mit der roten Karte unter die Dusche. Der Chamer Anhang konnte den direkten Platzverweis nicht verstehen. Nicht wenige Zusehende waren der Meinung, der Schiedsrichter hätte diese Szene als einfachen Zweikampf taxieren müssen, da auch Marleku’s Gegenspieler hart eingestiegen war.
Den Rapperswilern war es egal. Sie nutzten die Gunst der Stunde und erhöhten nur wenig später auf 2:0. Cham gab sich noch nicht geschlagen. Es war erstaunlich, mit welch erstaunlicher Energie die Eizmoos-Elf – Pardon, die Eizmoos-Zehn – zumindest das Ehrentor noch zu erzielen versuchte. Es gelang nicht. Roland Schwegler konstatierte zurecht: «Nach der verschlafenen 1. Halbzeit haben wir Rapperswil alles in unserer Macht Stehende abverlangt. Die rote Karte hat uns ausgebremst, aber wir haben bis zum Schluss weitergekämpft.»
Nach dieser Niederlage muss das derzeit auf dem 10. Tabellenrang liegende Eizmoos-Team am kommenden Wochenende zum Auswärtsspiel gegen Luzern U21 und ist dabei auf fremde Schützenhilfe angewiesen, um die direkte Qualifikation der 1. Cuphauptrunde noch schaffen zu können. Walter Riedweg nimmt es allerdings gelassen. Er sagt lediglich: «Ich bin froh, dass wir den Ligaerhalt vorzeitig klargemacht haben.»