SC Cham vs SC Kriens
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Mannschaftsaufstellung
SC Cham: Zajac; Büeler, Niederhauser (78. Loosli), Schuler, Zimmermann (78. Pauli); Bajric; Kiendrebeogo, Büeler (64. Domoraud), Pasquarelli (64. Martin), Vögele; Marleku.
SC Kriens: Heller; Hermann, Harperink, Erdin, Heiniger; Siegrist, Kadima, Willimann, Sliskovic (81. Ris); Riedmann, Facal (68. Ukmata).
Bemerkungen: Cham ohne Franek, Tschopp, Flühmann, Gomes (alle gesperrt) und Lang (verletzt). Kriens ohne Wicht (verletzt), Gegaj und Schwegler (beide gesperrt). Verwarnungen: 56. Sliskovic (Foul), 59. Büeler (Foul), 71. Harperink (Foul), 76. Martin (Foul), 77. Schuler (Foul), 89. Bajric (Foul), 92. Kiendrebeogo (Ballwegschlagen).
Spektakel bis zum Schlusspfiff
Im Promotion-League-Duell trennen sich der SC Cham und der SC Kriens 3:3 (1:1).
Turi Bucher
Im Hinspiel im vergangenen August gab es ein 2:2. Diesmal ein 3:3. Cham und Kriens garantieren definitiv für Derby-Spektakel. Das 3:3-Resultat ist korrekt. Auch wenn Kriens zehn Minuten vor Schluss noch wie der sichere Sieger ausgesehen hatte. Der Tabellenzweite (Kriens) gegen den 13. der Rangliste (Cham) – die Favoriten- und die Aussenseiterrollen waren vor dem Anpfiff vergeben. Aber: Es ist Derby-Time! Alles ist möglich.
Der SC Cham startete sehr angriffig und bissig in die Partie. Kriens auf der anderen Seite war bemüht, das Spiel auf dem holprigen Rasen zu beruhigen und unter Kontrolle zu bringen. Trotzdem gingen die Zuger schnell, nämlich in der 10. Minute, in Führung. Die 1:0-Führung für das Heimteam wurde durch einen Ballverlust des Kriensers Enea Heiniger an der Strafraumseite begünstigt. Matteo Büeler konnte dann in der Mitte stehend profitieren.
Die Krienser gingen zum Wiederanstoss und liessen ein erstes Mal ihre spielerische Klasse aufblitzen: Nico Siegrist lupfte den Ball über die Chamer Abwehrreihe und schickte so Luka Sliskovic in den Chamer Strafraum; Sliskovic seinerseits überlobte Cham-Torhüter Patrick Zajak zum 1:1 (11.).
Doch Kriens blieb weiter zaghaft, Cham war viel zielstrebiger. Während das Heimteam versuchte, Gefahr vor das Gästetor zu produzieren, lauerte Kriens auf Chamer Fehler. Ganz klar: Cham war in der ersten Halbzeit das bessere Team. Cham präsentierte sich sehr frisch (wie der eisige Wind im Stadion), Kriens dafür verkrampft (wie die frierenden Zuschauer im Stadion).
Es zeigte sich bei den Chamer Szenen am gegnerischen Strafraum aber auch immer mehr, dass die Zuger nicht in der Lage zu sein schienen, ihre in Richtung Krienser Tor geleiteten Angriffe sauber abzuschliessen. Alles blieb Stückwerk, vieles war zufällig, wenig konkret. Doch es war immer noch mehr im Vergleich zur Krienser Darbietung (42. Schussversuch von Captain Lukas Riedmann).
Plötzlich liegt Kriens 3:1 vorne
Frage vor dem Anpfiff zur zweiten Halbzeit: Kommt da noch was? Und vor allem: von wem? Nun, der Favorit aus Kriens ging in der 57. Minute ziemlich überraschend 2:1 in Führung. Klar, es war nun schon zu sehen, dass die Krienser mehr fürs Spiel tun wollten. Aber so richtig verdient war diese Führung nicht. Sliskovic, der Krienser Mann für die gefährlichen Torszenen, mogelte sich auf der linken Chamer Strafraumseite durch. Sein flacher Schuss – oder war es eine Hereingabe? – fand via schwache Abwehr des Chamer Goalies den Weg hinter die Torlinie. Als Kriens dann durch Siegrist sogar 3:1 in Vorsprung ging (68., nach Pfostenschuss-Abpraller), schien sich also doch die Routine und Klasse des Spitzenteams durchzusetzen.
Die Partie wurde nun mit harten Bandagen geführt. Es war keine leichte Aufgabe für den Schiedsrichter, bei den Zweikämpfen den Foulenden und den Gefoulten herauszuschälen. Er erledigte seine Arbeit gut. Cham resignierte nicht, gab nicht auf. «Wieso hätten wir aufgeben sollen?», fragte Trainer Roland Schwegler am Schluss. «Wir stehen im Abstiegskampf und benötigen jeden Punkt.»
In der 69. Minute mussten die Krienser gleich zweimal mehr oder weniger auf der Torlinie retten (Heiniger, Harperink). Der SCK gab das Spieldiktat wieder aus der Hand, musste in dieser Phase einige brenzlige Situationen überstehen und wusste sich in diesen nur mit Ballwegschlagen zu helfen. Auch Kriens-Torhüter Diego Heller machte mit der einen und anderen Faustabwehr nicht den besten Eindruck. Und weil Heller in der 86. Minute mit seinen Armen in der Luft nicht Herr der Lage war, ermöglichte dieser mit einem halben Eigentor den Zugern den 2:3-Anschlusstreffer.
Frontino: «So haben wir den Sieg nicht verdient»
Es kam noch besser für den SC Cham. In der 90. Minute gelang der 3:3-Ausgleich. Heller parierte zwar am Boden, doch Stürmer Mark Marleku (Ex-FCL, Ex-Kriens, zuletzt Schaffhausen) vermochte den Abpraller zu verwerten.
Ein verdienter Punkt für die Zuger; ein schmerzhaftes Unentschieden für Kriens. «Ja, ein hochverdienter Punkt», sagte Cham-Coach Schwegler nach dem Abpfiff. «Ein Unentschieden gegen das Spitzenteam, das ist ein Superpunkt.» Kriens-Trainer Gianluca Frontino war die Enttäuschung im Gesicht abzulesen: «Es tut weh, aber wir müssen das Unentschieden akzeptieren. Wenn gewisse Spieler nicht bereit sind, noch einen Schritt mehr zu gehen, nicht mit dem letzten Willen den Sieg festzuhalten, dann haben wir den Sieg auch nicht verdient.»