SC Kriens vs SC Cham
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Mannschaftsaufstellung
SC Kriens: Zajac; Hermann (66. Rüedi), Harperink, Heiniger (46. Willimann), Riedmann (46. Touré); Siegrist, Romano, François; Hoxha (66. Facal); Toggenburger (46. Wicht), Sliskovic.
SC Cham: Heller; Niederhauser (84. Flühmann), Bühler, Zimmermann (46. Schuler), Pauli (78. Haag); Bajric, Franek; Pasquarelli (72. Hegglin); Vögele, Tia (84. Loosli), Ris.
Bemerkungen: Kriens ohne Fäh, Caserta und Jetzer (alle verletzt). Cham ohne Wiskemann, Lang, Lüthi, Gehrig und Lujic (alle verletzt). Gedenkminute vor Anpfiff für die verstorbenen Nino Erni (SCK-Junior und Sohn des Krienser Stadtrats Roger Erni) und Pasquale De Simone (FCL-Scout). Célien Wicht für 100. Spiel im SCK-Dress geehrt. Verwarnungen: 58. Sliskovic (Foul), 75. Pasquarelli (Unsportlichkeit/Ersatzbank), 81. Bühler (Unsportlichkeit), 81. Wicht (Unsportlichkeit).
Cham ärgert Kriens gewaltig
Überraschung im Promotion-League-Derby zwischen Kriens und Cham: Die Zuger Gäste gewinnen mit 3:2 (2:0).
Turi Bucher
Die Chamer Mannschaft von Trainer Pascal Nussbaumer gewann dieses Derby der Zentralschweizer Rivalen sicher nicht unverdient. Die Zuger beeindruckten vor allem in der ersten Halbzeit mit einem fast perfekten Auftritt. Dickes Kompliment an den SC Cham.
Das Gästeteam hatte schon in der 11. Minute eine erste grosse Torchance, als der Ball ganz knapp am linken Pfosten vorbeirollte. Cham gab klar den Ton an, die Krienser Angriffsbemühungen blieben Stückwerk. Im Mittelfeld wurden harte Zweikämpfe geführt, meistens mit den wuchtigen Zugern als Sieger. Hier ein Check, da ein Check – fast vermutete man den EV Zug auf dem Krienser Kunstrasen. Aber alles immer – oder besser: meistens – im Rahmen des Reglements. «Wir wussten, dass wir gegen das spielerisch so starke Kriens mit viel Energie und über die Emotionen kämpfen müssen», wird Cham-Coach Pascal Nussbaumer später, nach dem Schlusspfiff, sagen.
Bilderbuch-Konter zum 2:0
In der 24. Minute gingen die Chamer verdient in Führung: Yannick Paulis Corner-Bogenball flog gefährlich auf die Höhe der Torlinie, Kriens-Torhüter Patrick Zajac sah gar nicht gut aus und liess den Ball aus den Händen ins Tor fallen.
In der 30. Minute konterte der SC Cham nach einem Krienser Missverständnis an der Mittellinie bilderbuchmässig. Laurin Vögele musste schliesslich nur noch zum 2:0 einschieben. Cham war in der ersten Halbzeit praktisch immer schneller am Ball, kämpferisch den Kriensern klar überlegen. Das Nussbaumer-Team machte die Räume extrem eng, hatte selbst aber erstaunlich viel Platz für Angriffsauslösungen. Nussbaumer: «Wir wussten, dass wir zu unseren Torchancen kommen werden.»
Cham lag zur Pause 2:0 in Führung – absolut zurecht. In der 40. Minute wäre sogar das 3:0 möglich gewesen. Kriens enttäuschte, die Zuger überraschten und überzeugten spielerisch und kämpferisch.
Mit dem ersten Chamer Vorstoss gleich nach der Pause sorgte Matteo Pasquarelli mit einem Scharfschuss aus rund 14 Metern für das 3:0 in der 46. Minute. Erst danach kam die Krienser Angriffsmaschinerie langsam ins Rollen. Rrezart Hoxha gelang in der 52. Minute das 1:3. Es wurde also doch noch spannend: Kriens kombinierte jetzt gut vor und in den Krienser Strafraum, der eingewechselte Marco Rüedi wurde zu Fall gebracht - Penalty! Luka Sliskovic verkürzte in der 68. Minute für Kriens auf 2:3. Und tatsächlich hatte der Ranglistenerste noch Chancen zum 3:3: Jorge Facal überlupfte in der 74. Minute Cham-Torhüter Diego Heller, der Ball fiel neben das Tor; in der 82., 84. und 91. Minute verpassten die Krienser (François/Facal/Siegrist) den Ausgleich erneut. Der SC Cham brachte das 3:2 schliesslich über die lange Nachspielzeit.
«Wir haben das Krienser Spiel besonders in der ersten Halbzeit diszipliniert gestört», strahlte Nussbaumer nach dem Derby-Coup. Cham hatte sich taktisch hervorragend präsentiert, hatte genau gewusst, dass es Kriens vor allem mit kämpferischen Mitteln den Schneid abkaufen muss.
Ja, so wie in der ersten Halbzeit ist Kriens in dieser Saison noch nicht vorgeführt worden. «Das war unsere schlechteste Halbzeit in dieser Saison», sagte Kriens-Trainer Michael Winsauer. «So kann man nicht auftreten. Wir haben unsere Grundtugenden vermissen lassen.» Es ist total die dritte Saisonniederlage des SC Kriens, allesamt nach der Winterpause kassiert. Wird der Tabellenleader nun nervös, kommt jetzt das grosse Aufstiegsflattern? Winsauer: «Immerhin haben wir in der zweiten Halbzeit eine gute Reaktion gezeigt, das nehmen wir ins nächste Spiel mit.»
Nach Brühls 1:1-Unentschieden daheim gegen Schaffhausen beträgt der Krienser Vorsprung an der Tabellenspitze doch noch sieben Punkte.