hero cover

Vevey-Sports vs SC Cham

Mittwoch, 01. April 2026 19:00 Uhr | Stade de Copet, Vevey
1
2
Meisterschaft 25/26 150 Zuschauer | SR: Lehmann
Tore: 8. Niederhauser 0:1. 79. Tia Chef 0:2. 91. Islami 1:2.

Mannschaftsaufstellung

Vevey-Sports: Gashi; Mateus, Islami, Zuvic, Thaci; Istrefaj, Matondo; Karadagli; Gassama,Titizian, Avdic.

SC Cham: Heller; Haag, Niederhauser, Gehrig, Zimmermann; Vögele (46. Flühmann), Bajric, Hegglin (65. Lüthi), Ris (75. Mekonen); Pasquarelli (65. Wyss), Tia Chef (75. Cornacchini).

Bemerkungen: 54. Rote Karte Gassama. 56. Pasquarelli verschiesst Foulpenalty. Cham ohne Wiskemann, Franek, Lang, Bieri (alle verletzt), Schuler (krank), Loosli, Bühler, Pauli, Lujic (alle gesperrt).

Cham siegt trotz widriger Umstände

Die Fussballer müssen in Vevey auf mehrere Stammspieler verzichten. Die Elf von Cheftrainer Pascal Nussbaumer vergibt eine Vielzahl von Torchancen und siegt dennoch mit 2:1 in der Promotion League.

Martin Mühlebach

Zum Promotion-League-Spiel gegen den Tabellenletzten Vevey musste Cham auswärts ohne die verletzten Marin Wiskemann und Cedric Franek antreten. Und Mario Bühler, Yannick Pauli, Simon Loosli und Stevan Lujic waren gesperrt - Cheftrainer Pascal Nussbaumer war gefordert. Er war gezwungen, eine sozusagen neue Mannschaft zusammenzustellen.

Nehmen wir es vorweg: Seine Elf trat als geschlossene Einheit auf, die gewillt war, während 90 Minuten ihr Bestes zu geben. Cham ging auf dem sattgrünen, gut bespielbaren Kunstrasen im Stade de Copet schon früh in Führung. In der 8. Spielminute zirkelte Matteo Pasquarelli einen Freistoss aus halbrechter Position auf Fabio Niederhauser. Der vorgerückte Innenverteidiger schmetterte den Ball zur 1:0-Führung für Cham in die Maschen. Veveys Torhüter Premtim Gashi hatte keine Abwehrchance. Die frühe Führung verlieh den Zugern Zuversicht und das nötige Selbstvertrauen. Sie übernahmen das Zepter und gaben den Ton an.

In der 19. Minute rettete der Chamer Keeper Diego Heller bei einem der seltenen Vorstösse der Platzherren mit einer starken Parade gegen einen Fallrückzieher und klärte zur Ecke. In der Folge drückten die Gäste vehement auf die vielleicht schon vorentscheidende 2:0-Führung. Sie erarbeiteten sich bis zur Halbzeitpause mehrere gute Abschlussmöglichkeiten, allerdings ohne zu reüssieren.

Das Pausenresultat von 0:1 schmeichelte Vevey. Bei den Waadtländern scheint auch abseits des Spielfelds einiges nicht zu stimmen: Es gab kein Matchprogramm, und die Stadionuhr funktionierte nur hin und wieder – der hilfsbereite Speaker, dessen Mikrofon gegen Ende des Spiels den Geist aufgab, war wirklich nicht zu beneiden.

«Habe Italien zugeschaut»
Cham kam nach der Halbzeitpause wieder voller Tatendrang aufs Spielfeld zurück. In der 54. Minute leistete sich der Vevey-Stürmer Mohamed Gassama bei einem Durcheinander im eigenen Strafraum eine Tätlichkeit, die dem guten Schiedsrichter Antoine Lehmann nicht entging. Er schickte Gassama mit der Roten Karte unter die Dusche und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Es dauerte allerdings eine halbe Ewigkeit, bis Matteo Pasquarelli wegen der lautstark protestierenden Waadtländer zum Strafstoss antreten konnte. Pasquarelli, an sich ein sicherer Penaltyschütze, war sichtlich irritiert. Es war nicht verwunderlich, dass sein Schuss vom Vevey-Keeper Premtim Gashi gehalten wurde.

Pasquarelli nahm's gelassen - der Humor war ihm nicht abhandengekommen. Nach dem Abpfiff bemerkte er: «Ich habe gestern Abend im WM-Qualifikationsspiel von Bosnien-Herzegowina Italien beim Penaltyschiessen zugeschaut.» Die Vorentscheidung fiel dann in der 79. Minute, als Eric Tia Chef die Chamer 2:0 in Führung schoss.

Nach einer Unaufmerksamkeit im Abwehrverhalten der Zuger vermochte Vevey in der 90. Minute zwar noch auf 1:2 zu verkürzen, aber es war nur noch Resultatkosmetik. Pascal Nussbaumer resümierte nüchtern: «Bis auf die ungenügende Chancenauswertung haben wir einen guten Match gespielt. Wir hätten weitaus höher gewinnen können, ja gewinnen müssen. Dass wir in der 90. Minute noch einen unnötigen Gegentreffer einstecken mussten, ärgert mich.»